Sicherheit

Erneut Panne im größten Atomkraftwerk der Ukraine

Im größten Atomkraftwerk der Ukraine ist zum zweiten Mal innerhalb eines Monats ein Reaktor nach einer Panne abgeschaltet worden.

Wie das Kraftwerk Saporoschje im Südosten des Landes auf seiner Website mitteilte, wurde der sechste Reaktorblock am Sonntagmorgen „vom internen Schutzmechanismus des Generators“ vom Netz genommen. Eine erhöhte Strahlung sei nicht gemessen worden, die anderen fünf Reaktoren funktionierten normal. Bereits Anfang Dezember hatte eine Panne für große Aufregung gesorgt. Nach Angaben der ukrainischen Behörden war es in einem der Reaktoren zu einem Kurzschluss im Stromverteilungssystem gekommen. In der Folge kam es zu Stromausfällen. Energieminister Wladimir Demtschischin beriet mit Vertretern der Regionen über freiwillige Einschränkungen beim Stromverbrauch. Die Behörden machten Anfang Dezember für die Stromausfälle Reparaturarbeiten an einem Generator in dem AKW verantwortlich.

Das Atomkraftwerk Saporoschje gehört zu den größten in Europa, es liegt etwa 200 Kilometer westlich der umkämpften Rebellenhochburgen in der Ostukraine. Umweltschützer äußerten sich bereits besorgt über die Nähe des Konfliktes zu dem Atomkraftwerk.

Kiews Blockade-Politik gegen die Krim hat Moskau unterdessen zu Zugeständnissen im Energiestreit mit der Ukraine gezwungen: Präsident Wladimir Putin entschied am Sonnabend, dem Nachbarland ohne Vorkasse Kohle und Strom zu liefern. Er hofft dabei, dass ein Teil der Energielieferungen an die Krim geht. Der von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel war zuvor von der Regierung in Kiew der Strom abgeschaltet worden. In der Ostukraine tauschten ukrainische Truppen und prorussische Rebellen indes rund 370 Gefangene aus.

Laut Kreml-Sprecher Dmitri Peskow muss die Ukraine die zugesagten Kohle- und Stromlieferungen – anders als beim Gas – nicht per Vorkasse bezahlen. Diese Entscheidung zeige den „politischen Willen“ Putins „für eine echte Unterstützung der Ukrainer“, sagte Peskow der Nachrichtenagentur Tass. Nach den Worten von Vize-Regierungschef Dmitri Kosak hofft Moskau, dass Kiew einen Teil der russischen Energielieferungen an die Krim weiterleitet.