Arbeitsmarkt

Städte wollen „Teilhabejobs“ für Hartz-IV-Bezieher

Zehn Jahre nach Inkrafttreten der Hartz-IV-Reform fordert der Deutsche Städtetag, die öffentlich geförderte Beschäftigung durch einfache Jobs wieder auszubauen.

„Es gab seit der Hartz-IV-Reform gute Erfolge bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Doch die Zahl der Langzeitarbeitslosen geht inzwischen kaum noch zurück“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Stephan Articus. Deshalb müsse es innerhalb der Jobcenter ein eigenes Fördersystem für Langzeitarbeitslose geben, und die Angebote öffentlich geförderter Beschäftigung sollten weiter entwickelt und wieder ausgebaut werden.

„Wir müssen uns mehr um die rund drei Millionen Menschen kümmern, die Langzeitbezieher von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II sind. Dazu sollten unter anderem sogenannte Teilhabejobs angeboten werden. Durch solche Arbeitsgelegenheiten unterhalb einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung könnte auch jenen Menschen gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht werden, die etwa wegen geringer Qualifikation nur schwer Zugang zum Arbeitsmarkt finden“, so Articus. Gleichzeitig könne man diese Jobs mit sozialpädagogischer Begleitung verbinden und Elemente für berufliche Qualifizierung berücksichtigen.

Der Städtetags-Hauptgeschäftsführer begrüßte Pläne des Bundesarbeitsministeriums für ein Bundesprogramm zur sozialen Teilhabe, mit dem Beschäftigungsverhältnisse mit Zuschüssen von bis zu 100 Prozent gefördert werden sollen. Dafür sind jährlich 150 Millionen Euro für 10.000 Teilnehmer vorgesehen: „Das ist ein Schritt zu mehr öffentlich geförderter Beschäftigung, dem weitere folgen müssen.“ Denn die Mittel des Bundes zur Eingliederung in Arbeit seien zwischen 2010 und 2013 um etwa 40 Prozent von 6,6 auf 3,9 Milliarden Euro reduziert worden. Und das, obwohl die Anzahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung für Arbeitssuchende im gleichen Zeitraum lediglich um acht Prozent sank.