Kirche

Papst kritisiert das Machtstreben im Vatikan

Papst Franziskus hat in seiner Weihnachtsbotschaft an Kardinäle, Bischöfe und Priester schonungslose Kritik an Missständen im Vatikan geübt.

Einige seiner Untergebenen strebten nach Macht um jeden Preis, führten ein Doppelleben und litten an „spirituellem Alzheimer“, der sie ihren Auftrag für Gott habe vergessen lassen.

Insgesamt listete der Papst „15 Leiden der Kurie“ auf, die – so hoffe er – im kommenden Jahr beseitigt würden. Er rief die Geistlichen auf, zu beten, damit die „Wunden der Sünden, die alle von uns tragen, geheilt werden“. Die Rede wurde am Montag von vielen der Kardinäle mit versteinerten Minen aufgenommen. Konkret beklagte der Papst unter anderem, dass der „Terrorismus der Gerüchte“ dem Ruf von Kollegen unwiederbringlichen Schaden zufügen könne. Die Bildung von Seilschaften könne deren „Mitglieder versklaven und zu einem Krebsgeschwür werden, das die Harmonie des Körpers bedroht“, sagte der Papst. Weiter kritisierte er die „Pathologie der Macht“ am Heiligen Stuhl, die einige dazu bewege, andere zu diffamieren und zu diskreditieren, um selbst an Einfluss zu gewinnen.

Franziskus, der erste Papst aus Lateinamerika, trat seinen Posten an, ohne jemals zuvor im Vatikan tätig gewesen zu sein. Er äußerte sich immer wieder negativ über die Intrigen in der Verwaltung des Heiligen Stuhls.