Demonstration

Kirchen machen gegen Pegida mobil

Auch am heutigen Montag will die rechte Bewegung demonstrieren

Kirchen, Gewerkschaften und Bürgergruppen haben zu Kundgebungen gegen die islamfeindliche „Pegida“-Bewegung aufgerufen. Kurz vor dem Weihnachtsfest wollen sie am Montag in Dresden, München, Kassel und anderen Städten für Toleranz und Respekt gegenüber Flüchtlingen demonstrieren. Auch Anhänger des Bündnisses „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) wollen auf die Straße gehen. In Dresden haben sie zu einem „gemeinsamen Weihnachtsliedersingen“ vor der Semperoper aufgerufen.

In der vergangenen Woche hatten rund 15.000 Menschen an der Kundgebung teilgenommen, rund 6000 Gegendemonstranten zogen ebenfalls durch Dresden. SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi bezeichnete die Organisatoren unterdessen als „geistige Brandstifter“. Indirekt machte Fahimi die Veranstalter mitverantwortlich für fremdenfeindliche Angriffe etwa auf Flüchtlingsunterkünfte wie kürzlich in Bayern. „Durch eine solche Atmosphäre fühlen sich manche Wahnsinnige zu Anschlägen auf Flüchtlingsheime ermuntert wie zuletzt in Franken.“ Vor einer Islamisierung des Abendlandes zu warnen sei purer Populismus.

Vor zwei Wochen hatten Unbekannte drei Gebäude im fränkischen Vorra in Brand gesetzt, die als Flüchtlingsunterkünfte geplant waren und vor der Fertigstellung standen. Auf ein Nebengebäude sprühten die Täter eine Neonaziparole sowie Hakenkreuze. Im kommenden Januar sollten rund 70 Flüchtlinge in die Unterkünfte einziehen. Nach den Brandanschlägen sind die Gebäude aber zunächst unbewohnbar.

Im Fall des Reporters, der inkognito bei einer Demonstration recherchierte und sich von einem Team des NDR-Politmagazins Panorama als vermeintlich normaler Teilnehmer interviewen ließ, zieht der Privatsender RTL nun Konsequenzen: „Unser Mitarbeiter hat einen Fehler gemacht, der nicht zu entschuldigen ist“, so der Chef des Landesstudios Ost, Thomas Präkelt der Online-Ausgabe der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Er habe durch sein Auftreten „unserem Berufsstand schwer geschadet“. Der Sender werde die Zusammenarbeit beenden.