Extremismus

33 Prozent der Westdeutschen für Pegida

Die Anti-Islam-Bewegung Pegida findet im Westen fast genauso große Zustimmung wie in Ostdeutschland.

In einer YouGov-Umfrage sagten 36 Prozent der befragten Bürger im Osten, sie fänden es gut, dass jemand auf Fehler in der Asylpolitik aufmerksam mache und sich gegen den Islamismus ausspreche. Im Westen waren es 33 Prozent.

Die Befragten im Osten sehen die Bewegung allerdings stärker in der Mitte des politischen Spektrums: 36 Prozent verorten sie in der Mitte, im Westen sind es 27 Prozent. Dafür halten 45 Prozent der Westdeutschen Pegida für rechts oder extrem rechts, von den Ostdeutschen sagen das hingegen nur 41 Prozent.

Unterdessen kritisierten die Sprecher der SPD-Netzwerker, die Berliner Bundestagsabgeordnete Eva Högl und der Bundestagsabgeordnete Martin Rabanus, die Pegida-Bewegung mit deutlichen Worten: „Wir finden es unerträglich, dass ausgerechnet zur Weihnachtszeit Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und Hass im Namen vermeintlich abendländischer Werte gepredigt werden. Wer Pegida folgt, macht sich mitschuldig.“ Pegida vergifte das gesellschaftliche Klima und beschädige die Demokratie.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Münchner Kardinal Reinhard Marx will Katholiken nicht verbieten, an Pegida-Demonstrationen teilzunehmen. „Es gibt dazu keine oberhirtlichen Anweisungen“, sagte Marx am Freitag. „Jeder muss überlegen, hinter welchen Transparenten er herläuft.“ Er wolle keine Verbote aussprechen, versicherte Marx. „Ich kann nur zu politischer Verantwortung aufrufen.“ Der Münchner Erzbischof widersprach damit dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, der in einer Predigt gesagt hatte: „Christen dürfen bei Pegida nicht mitmachen.“ Die Äußerung Schicks sei nicht mit ihm abgestimmt gewesen, erläuterte Marx.