Konferenz

Schlechtes Klima in Lima

Umweltkonferenz in Peru nach Unstimmigkeiten erneut unterbrochen

Die Leitung der Klimakonferenz in Peru hat am frühen Sonnabendmorgen die offiziellen Verhandlungen erneut unterbrochen. Sie wurden mit dem Abschlussplenum um 17Uhr MEZ (11 Uhr Ortszeit) fortgesetzt. Zuvor war ein lange erwarteter Entwurf für eine Vereinbarung verteilt worden. Die Entwicklungsländer waren nach Angaben aus Konferenzkreisen jedoch nicht ausreichend in die Entstehung des Papieres einbezogen worden. Sie forderten vor Äußerungen dazu Zeit ein, um es zu lesen und zu bewerten.

Beim Treffen der 195 Teilnehmerstaaten in Perus Hauptstadt Lima soll ein brauchbares Gerüst entstehen, damit in einem Jahr in Paris 2015 die Einigung auf einen Weltklimavertrag gelingen kann. Erklärtes Ziel ist es, mit verpflichtenden Minderungszusagen die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.

Sollte der neue Entwurf angenommen werden, hätte die Staatengemeinschaft eine solide Basis auf dem Weg zu einem Weltklimavertrag, wie die Direktorin des Klimaprogramms am World Resources Institute in Washington, Jennifer Morgan, sagte. Der Kriterienkatalog für die Klimaziele sei ausreichend, damit die Länder diese in den nächsten Monaten vorlegen könnten. Dies gilt als eine Hauptvoraussetzung auf dem Weg zu einem Paris-Abkommen.

Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer der Organisation Germanwatch, bezeichnete das Papier als „nicht ambitioniert“. Nach Worten des deutschen Chefunterhändlers kommen die Verhandlungen sehr schleppend voran. „Der Prozess ist zäh ist, zäher als wir erwartet haben“, sagte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth am Sonnabend kurz vor Wiederaufnahme der zwischenzeitlich ausgesetzten Gespräche. Das heiße nicht automatisch, dass es schwierig sei. „Das dauert einfach alles nur sehr, sehr lang.“ Es sei aber klug gewesen, die Beratungen in Nacht gegen 03.30 Uhr (Ortszeit) zu unterbrechen. „Alle waren übermüdet, da kommt häufig nichts Gutes bei raus.“

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte den Gipfel bereits eine Stunde vor dem eigentlich für Freitagabend geplanten offiziellen Konferenzende verlassen. Die deutsche Verhandlungsleitung lag danach in den Händen von Staatssekretär Jochen Flasbarth. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte die Abreise der Ministerin. Verlängerungen sind bei Klimagipfeln die Regel.

Greenpeace selbst hatte in Peru für einigen Ärger gesorgt, weil Aktivisten bei einer der historischen Geoglyphen den Schriftzug „Time for Change – The Future is renewable“ angebracht hatten. Die Scharrbilder entstanden um 200 bis 800 Jahre vor Christus und gehören zum UN-Weltkulturerbe. Der Chef von Greenpeace International, Kumi Naidoo, reiste persönlich an, um den von Aktivisten der Umweltorganisation verursachten Imageschaden zu beheben. Die Aktion richtete laut peruanischen Behörden „irreparable Schäden“ an.