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Ukraine: UN: Seit April mehr als 4600 Tote bei Kämpfen ++ Türkei: Erdogan-Kritiker Gülen spricht von „Hexenjagd“ ++ Hongkong: Letztes Protestcamp soll am Montag geräumt werden ++ England: Sudanese stirbt bei dramatischer Flucht

UN: Seit April mehr als 4600 Tote bei Kämpfen

Bei den Gefechten zwischen Regierungseinheiten und prorussischen Separatisten in der Ostukraine sind den Vereinten Nationen zufolge seit April mehr als 4600Menschen getötet worden. Zudem wurden in den dortigen Unruheregionen Donezk und Lugansk insgesamt etwa 10.000 Soldaten, Aufständische und Zivilisten verletzt. Das geht aus einem Bericht der UN-Nothilfeorganisation Ocha mit Sitz in New York hervor, den Medien in Kiew veröffentlichten. Mindestens 1,1 Millionen Menschen seien aus dem Krisengebiet geflüchtet.

Erdogan-Kritiker Gülen spricht von „Hexenjagd“

Der im US-Exil lebende islamische Prediger Fethullah Gülen hat das Vorgehen der türkischen Behörden gegen Andersdenkende als „Hexenjagd“ gebrandmarkt. Gülens „Hizmet“-Bewegung kämpfte früher vor allem gegen die Macht des Militärs in der Türkei. Inzwischen kämpfe seine Bewegung „gegen das Joch einer Partei“, sagte Gülen unter Hinweis auf die vom heutigen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegründete Regierungspartei AKP. Unter der Herrschaft Erdogans sei die Türkei zu einem „Parteienstaat und eigentlich sogar Ein-Mann-Staat“ geworden.

Letztes Protestcamp soll am Montag geräumt werden

Die Polizei will am Montag das dritte und letzte Protestlager der prodemokratischen Demonstranten in der chinesischen Finanzmetropole Hongkong räumen. Die Ordnungskräfte würden den wenigen Protestlern an der Causeway Bay, die noch immer einen kleinen Teil einer Straße blockierten, genügend Zeit geben, ihre Habseligkeiten zusammenzupacken, sagte Polizeisprecher Steve Hui. Sollten diese sich weigern, werde die Polizei sie vertreiben. Die Polizei hatte am Donnerstag das größte Protestlager der Demokratiebewegung geräumt und dabei 249 Menschen festgenommen.

Sudanese stirbt bei dramatischer Flucht

Die Flucht zweier Sudanesen vom französischen Calais über den Ärmelkanal nach Großbritannien hat für einen der Männer ein tödliches Ende genommen. Die Männer seien in Frankreich unter einen Lastwagen geklettert und hätten sich durch den Kanaltunnel mit nach Großbritannien nehmen lassen, wie die britische Polizei mitteilte. Nach gut 170 Kilometern unter dem Wagen nutzte einer der beiden einen Stau bei London, um das Versteck zu verlassen. Der zweite Flüchtling versuchte zu entkommen, als der Laster gerade wieder anfuhr und wurde von den Hinterrädern überrollt.