Sozialpolitik

Unicef: Millionen Kinder leiden in den Kriegsregionen

Das vergangene Jahr war laut Unicef ein „katastrophales Jahr für Millionen von Kindern“.

Allein in den aktuellen Krisenherden Irak, Syrien, Gaza, Ukraine, Südsudan und Zentralafrikanische Republik litten mehr als 15 Millionen Kinder unter extremer Gewalt, Zerstörung und Vertreibung, erklärte die UN-Kinderhilfsorganisation am Montag in New York.

„Kinder wurden zu Waisen gemacht, gekidnappt, gefoltert, als Kindersoldaten missbraucht, vergewaltigt oder als Sklaven verkauft. Noch nie in der jüngeren Vergangenheit waren so viele Kinder solch unaussprechlicher Brutalität ausgesetzt“, sagte Unicef-Exekutivdirektor Anthony Lake.

Insgesamt leben nach Schätzung von Unicef weltweit 230 Millionen Kinder in Ländern und Regionen mit bewaffneten Konflikten. Allein vom Bürgerkrieg in Syrien seien mehr als 7,3 Millionen Kinder betroffen, unter ihnen 1,7 Millionen als Flüchtlinge. Die Vereinten Nationen verzeichneten den Angaben zufolge von Januar bis September 35 Angriffe auf Schulen in Syrien. Dabei seien 105 Kinder getötet und fast 300 weitere verletzt worden.

Im Irak wurden nach Unicef-Schätzungen mindestens 700 Kinder im laufenden Jahr verletzt, getötet oder hingerichtet. Hunderttausende Vertriebene seien im nahenden Winter schutzlos Regen, Kälte und Schnee ausgesetzt. Die Zahl getöteter Kinder im Gaza-Krieg bezifferte die Organisation mit 538; mehr als 3370 seien verletzt worden, 54.000 durch israelische Bombardierungen obdachlos geworden.

In der Zentralafrikanischen Republik seien 2,3 Millionen Kinder von dem Konflikt betroffen, so Unicef. Mindestens 430 Mädchen und Jungen seien dort dieses Jahr getötet oder verstümmelt worden, dreimal so viele wie 2013. Bis zu 10.000 Kinder wurden dem Hilfswerk zufolge mutmaßlich im vergangenen Jahr als Kindersoldaten rekrutiert. In Südsudan wurden 2014 laut Unicef mehr als 600 Kinder getötet und 200 weitere verletzt. Rund 12.000 Kindersoldaten kämpften in den Reihen bewaffneter Gruppen. 750.000 Kinder in Südsudan seien vertrieben worden, 320.000 lebten als Flüchtlinge. Als Folge des Konflikts seien 235.000 Kinder lebensbedrohlich mangelernährt. Auch in Krisenländern wie Afghanistan, Jemen, dem Kongo oder Nigeria seien Kinder Gewalt ausgesetzt gewesen. Dazu kämen neue Gefahren wie der Ebola-Ausbruch in Westafrika.