Justiz

China verhängt acht Todesurteile nach Attacken in Xinjiang

Acht Angeklagte sind wegen ihrer Beteiligung an tödlichen Angriffen in der chinesischen Unruheregion Xinjiang zum Tode verurteilt worden.

Das Mittlere Volksgericht in Ürümqi verhängte zudem fünf Todesurteile auf Bewährung, die bei guter Führung in lebenslange Haft umgewandelt werden können, wie der staatliche Fernsehsender CCTV am Montag berichtete.

Einer der beiden Angriffe ereignete sich am 30. April, als der chinesische Präsident Xi Jinping eine Reise durch die Region beendet hatte, in der die Minderheit der muslimischen Uiguren lebt. Bei einer Explosion am Bahnhof von Ürümqi kamen drei Menschen ums Leben, darunter zwei Attentäter. Am 22. Mai fuhren vier Männer in Geländewagen auf einen Markt in der Stadt, warfen Sprengsätze aus den Autos und töteten dabei sich selbst und 39 andere. Die Behörden machten uigurische Separatisten dafür verantwortlich. Ebenso wie für einen Angriff am 1. März am Bahnhof von Kunming mit 31 Toten. In dem Fall wurden im September bereits drei Todesurteile verhängt.

Nach Angaben von CCTV wurden zwei Todesurteile wegen der Attacke auf dem Bahnhof verhängt. Die Angeklagten sagten dem Sender, sie seien aus dem Ausland angewiesen worden, den Angriff durchzuführen. Demnach hatte einer von ihnen Verbindungen zur Islamischen Turkestan-Partei, die in China als Terrororganisation gilt.

Die sechs weiteren Todesurteile ergingen gegen sechs Angeklagte der Attacke auf dem Markt. Ursprünglich hatten die Behörden erklärt, die Tat sei Werk einer fünfköpfigen Terrorzelle, darunter die vier getöteten Angreifer. Warum es nun mehr Beschuldigte gab, wurde nicht gesagt.

Die chinesischen Behörden gingen nach den Attacken hart gegen jegliche Unruhen in Xinjiang vor. Gleichzeitig stimmte die Regierung aber auch kostenloser Schulbildung bis zum Abitur im Süden der Provinz zu, in der die meisten Mitglieder des turksprachigen Volks der Uiguren leben. Außerdem versprach sie eine sichere Arbeitsstelle für mindestens ein Mitglied jeden Haushalts.