Kampf gegen IS

Israel fliegt Luftangriffe auf Ziele nahe Damaskus

Syrisches Militär ringt mit der IS-Terrormiliz um einen wichtigen Luftwaffenstützpunkt

Israelische Kampfflugzeuge haben nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana zwei Angriffe auf Ziele im Umland der Hauptstadt Damaskus geflogen. Die Raketen schlugen demnach am Sonntag nahe dem Internationalen Flughafen von Damaskus und in dem an der Grenze zum Libanon gelegenen Ort Dimas ein. Berichte über Verletzte oder Tote gab es zunächst nicht. Der Luftschlag nahe dem Flughafen hatte ein Lagerhaus zum Ziel, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete. Was sich in dem Gebäude befand, war zunächst nicht bekannt. Sana bezeichnete die Angriffe Israels als „Aggression gegen Syrien“. Das israelische Militär gab allerdings zunächst keine Stellungnahme ab und ließ wissen, man kommentiere keine „ausländischen Berichte“.

Seit Beginn der Revolte gegen Syriens Präsidenten Baschar al-Assad im März 2011 hat Israel bereits mehrere Luftangriffe im Nachbarland geflogen. Israel hält sich zwar aus dem Bürgerkrieg heraus. Doch Regierungschef Benjamin Netanjahu will mit den Luftschlägen verhindern, dass Syrien High-Tech-Waffen an die eng mit dem Land verbündete libanesische Hisbollah-Miliz weitergibt.

Im Juni hatte die israelische Luftwaffe zudem Angriffe geflogen, nachdem ein Teenager auf den Golanhöhen durch syrischen Beschuss ums Leben gekommen war. Bei diesen Vergeltungsschlägen wurden den Angaben zufolge insgesamt neun Ziele in Syrien angegriffen, darunter eine Kommandozentrale sowie mehrere Abschussrampen.

Die syrische Luftwaffe flog am Wochenende ihrerseits im Kampf um einen strategisch wichtigen Luftwaffenstützpunkt im Osten des Landes Angriffe auf Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat. IS-Kämpfer hatten am Donnerstag den Stützpunkt nahe der Stadt Dair as-Saur an der Grenze zum Irak attackiert und zum Teil erstürmt. Die Flugzeuge hätten am Sonntag mindestens acht Angriffe gegen die Extremisten geflogen, teilten örtliche Aktivistengruppen und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Ein syrischer Militärangehöriger in Damaskus sagte am Sonntag, die Regierungstruppen hätten die Basis wieder voll unter ihrer Kontrolle. Dutzende IS-Kämpfer seien bei der Gegenoffensive des syrischen Militärs getötet und große Mengen an Waffen beschlagnahmt worden, berichtete er weiter.

Bereits am Sonnabend hatten die Dschihadisten mit einem Sturmangriff eine Entscheidung erzwingen wollen. Die sunnitischen Extremisten schickten dabei einen Selbstmordattentäter als „Türöffner“ vor, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete. Die syrische Armee habe den Vormarsch jedoch stoppen und die Extremisten zurückdrängen können.

Am Sonnabend soll die syrische Luftwaffe ihre Gegner auch mit Chlorgas bombardiert haben. IS-Kämpfer litten unter Atemproblemen, meldeten die syrischen Menschenrechtsbeobachter. Einen klaren Beleg für den Einsatz von Chlorgas gab es aber nicht.

In Syrien und im Irak hat der IS je rund ein Drittel Landesfläche unter seine Kontrolle gebracht und staatsähnliche Strukturen erschaffen. Die Dschihadisten sprechen von ihren Eroberungen als „Kalifat“. Im Kampf gegen dieses Kalifat wollen die Außenminister Syriens und des Iraks an einer vom Iran initiierten internationalen Konferenz teilnehmen. „Der Iran wurde in den letzten drei Jahrzehnten als Teil des Problems angesehen, jetzt aber als Teil der Lösung“, sagte Vizeaußenminister Mostafa Sahrani über die Initiative am Sonnabend.

Papst Franziskus hatte am Wochenende die Taten der Terrormiliz Islamischer Staat in einer Videobotschaft scharf verurteilt. „Als Religionsführer haben wir die Pflicht, alle Attacken auf die Menschenwürde und die Menschenrechte zu verurteilen“, forderte der Papst.