Religion

CDU streitet vor dem Parteitag über Burka-Verbot

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hat Forderungen aus seiner Partei nach einem Burka-Verbot in Deutschland eine Absage erteilt.

„Die Burka ist kein Ausdruck der Freiheit der Frau und der Gleichberechtigung von Mann und Frau. In unserer Gesellschaft gehört auch das Gesicht zur Kommunikation. Es ist aber fraglich, ob ein Burka-Verbot am Ende verfassungsrechtlich Bestand hätte“, sagte er in Berlin vor dem am Dienstag in Köln beginnenden CDU-Parteitag.

Eine Burka verschleiert bei muslimischen Frauen den ganzen Körper und lässt nur die Augen frei. Die CDU-Spitze will eine Entscheidung über ein Burka-Verbot in Köln vermeiden. Die Delegierten werden auf Antrag des Kreisverbandes Frankfurt/Main über das Thema diskutieren. Die Verschleierung sei ein Zeichen der Abgrenzung und der fehlenden Bereitschaft zur Integration, heißt es in dem Papier. Die Antragskommission empfiehlt eine Überweisung in andere Gremien.

Zuletzt hatte unter anderem die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner ein Verbot gefordert. Kauder sagte, ein Verbot für Frauen, ein Kleidungsstück zur Verschleierung zu tragen, sei schwer durchzusetzen und damit problematisch. Aber: „Ich wäre froh, wenn in Deutschland keine Frau eine Burka tragen würde.“ In Frankreich, Belgien und der Schweiz ist das Kleidungsstück in der Öffentlichkeit bereits verboten.

Der hessische CDU-Generalsekretär Manfred Pentz, der in der Antragskommission sitzt, sagte, der Burka-Antrag solle zwar eingebracht, dann aber in die Fachausschüsse für Inneres und Integration verwiesen werden. „Wir müssen beim Thema Burka aufpassen, dass wir das nicht populistisch diskutieren.“ CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte, es gehe in der Debatte auch um das Bild des Islam. Die Erklärung, man müsse Frauen mit der Burka „vor dem Blick der lüsternen Männer schützen“, empfinde er „in einer aufgeklärten Gesellschaft als fast männerfeindlich“.