Ruhestandsregelung

Rente mit 63 wird 4,6 Milliarden Euro teurer als geplant

Die neue abschlagsfreie Rente ab 63 für langjährige Beitragszahler kostet bis 2018 voraussichtlich 4,6 Milliarden Euro mehr als ursprünglich beziffert.

Das sagte der Rentenexperte der Linksfraktion, Matthias W. Birkwald, am Mittwoch. Er berief sich auf neue Angaben der Bundesregierung im Sozialausschuss des Bundestags. In ihrem Gesetzentwurf hatte die Koalition bis 2018 Mehrkosten von 8,9 Milliarden Euro sowie zusätzliche Belastungen durch die wegfallenden Beiträge der Frührentner in ungenannter Höhe vorhergesagt. Auf mehrfache Nachfragen habe Sozialstaatssekretärin Anette Kramme (SPD) nun die zusätzlichen Kosten genannt.

Bereits bekannt war, dass die stark nachgefragte Rente ab 63 in diesem Jahr voraussichtlich knapp 1,5 Milliarden Euro kostet. Die Bundesregierung hatte in ihrem Gesetzentwurf 0,9 Milliarden genannt. Für 2015 bis 2018 bezifferte die Regierung die Mehrkosten gegenüber den Zahlen im Gesetzentwurf auf jeweils zwischen voraussichtlich 0,9 und 1,1 Milliarden Euro zusätzlich. Diese Kosten ergeben sich wegen der wegfallenden Beiträge der früher in Rente gehenden Arbeitnehmer. Dazu kommt, dass durch bestimmte Ergänzungen im Gesetzgebungsverfahren der Kreis der Berechtigten größer geworden ist.

Die Deutsche Rentenversicherung hat derweil ihr Finanzpolster ausgebaut. Das laufende Jahr werde voraussichtlich mit einer Rücklage von 33,5 Milliarden Euro abgeschlossen, sagte die Vorsitzende des Bundesvorstands der Rentenversicherung, Annelie Buntenbach. Bereits 2013 lagen die Rücklagen mit 32 Milliarden Euro so hoch wie noch nie seit 1992. Den Überschuss für dieses Jahr bezifferte Buntenbach mit rund 1,8 Milliarden Euro. Nach Einschätzung Buntenbachs werden die Rücklagen aber „in den nächsten Jahren rasch abschmelzen“. Sie verwies auf die Mehrausgaben durch das Rentenpaket und den ab dem neuen Jahr geltenden niedrigeren Beitragssatz von 18,7 Prozent.