Bündnispartner

Vormarsch der Islamisten gebremst

Koalition gegen IS-Terror richtet sich aber auf einen langen Kampf ein

Die internationale Allianz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) rüstet sich für einen jahrelangen Kampf. „Jeder weiß, dass es ein langer Weg ist“, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Mittwoch bei einem Treffen der Koalition in Brüssel. Immerhin sei es bereits gelungen, den IS-Vormarsch im Irak und Syrien zu bremsen. Überraschend griff nach US-Angaben erstmals der nicht an dem Bündnis beteiligte Iran den IS im Irak an.

Die Anti-IS-Koalition unter der Führung der Vereinigten Staaten hatte sich Anfang September mit zunächst fünf westlichen und fünf arabischen Staaten zusammengefunden, um den Vormarsch und die Schreckensherrschaft der Extremisten im Irak und in Syrien zu stoppen. Inzwischen gehören der Koalition insgesamt etwa 60 Staaten an. Rund ein Dutzend Nationen fliegen Luftangriffe. Deutschland unterstützt die kurdischen Anti-IS-Kämpfer mit Waffen und Ausbildung und Flüchtlinge mit Hilfsgütern.

Steinmeier sagte, eine Ausweitung der Ausbildungshilfe für die Peschmerga werde erwogen, eine Entscheidung könnte noch vor Weihnachten fallen. Bereits zugesagt hat das Auswärtige Amt 40 Millionen Euro für weitere Nahrungsmittelhilfe an rund zwölf Millionen Flüchtlinge in der Krisenregion. US-Außenminister John Kerry würdigte die breite internationale Zusammenarbeit gegen die sunnitischen Extremisten. „Der IS ist eine Bedrohung und eine Gefahr für die Werte von uns allen“, sagte Kerry.

Zur Koalition gehören neben Nato-Ländern wie Deutschland und den USA auch islamische Länder wie Saudi-Arabien oder die Türkei. Der Kampf werde so lange dauern, wie es notwendig sei – vermutlich Jahre, sagte auch Kerry. Ziel des Brüsseler Treffens war es, den militärischen Kampf zu koordinieren und eine gemeinsame Strategie zu finden, um den sunnitischen Extremisten auch politisch und finanziell das Wasser abzugraben.

Kurz vor Beginn des Treffens berichteten die USA, dass erstmals auch iranische Kampfflugzeuge im benachbarten Irak IS-Stützpunkte angegriffen hätten. Es handle sich um F-4-Phantom-Kampfjets. Es war das erste Mal, dass die USA bestätigten, dass der Iran Luftangriffe im Irak fliegt. Eine Sprecherin des iranischen Außenamts bezeichnete die US-Angaben als „nicht genau“ und „daher auch nicht korrekt“. Ein klares Dementi gab sie jedoch nicht ab.

Auch der arabische Sender al-Dschasira hatte kürzlich Aufnahmen veröffentlicht, auf denen mutmaßlich F-4-Kampfjets zu sehen waren, wie sie die iranische Luftwaffe benutzt.

US-Außenminister John Kerry steht einer möglichen Unterstützung des militärischen Kampfes gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) durch den Iran offen gegenüber. Wenn der Iran tatsächlich konkret gegen IS vorgehe, „wäre das unter dem Strich positiv“, sagte Kerry am Mittwoch in Brüssel.