Festnahme

Frau und Sohn von IS-Führer al-Bagdadi verhaftet

Eine Frau und ein Sohn des Führers der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, sind nach Angaben hochrangiger libanesischer Militärangehöriger festgenommen worden.

Sie seien bereits vor rund zehn Tagen nahe einem Grenzübergang nach Syrien verhaftet worden, hieß es am Dienstag. Sie hätten gefälschte Ausweise benutzt. Es werde angenommen, dass die aus Syrien stammende Frau eine der Ehefrauen von al-Bagdadi ist. Laut Medienberichten erfolgte die Verhaftung in „Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten“. Die Behörden teilten mit, die Frau werde nun befragt. Über das private Leben von al-Bagdadi ist wenig bekannt. Unbekannt ist auch, wie viele Frauen und Kinder er hat. Konservative Auslegungen des Islams erlauben einem Mann, bis zu vier Frauen zu heiraten.

Es wird angenommen, dass al-Bagdadis erste Frau die Irakerin Sudscha al-Dulaimi ist. Diese war Berichten zufolge von syrischen Behörden festgehalten worden und Anfang des Jahres bei einem Gefangenenaustausch mit einem syrischen Al-Qaida-Ableger auf freien Fuß gesetzt worden. Im März hatte die Al-Nusra-Front mehr als ein Dutzend orthodoxe griechische Nonnen freigelassen. Damit war deren viermonatige Gefangenschaft beendet worden. Dafür hatten die syrischen Behörden ein Dutzend weibliche Gefangene entlassen.

Al-Bagdadi führt die Terrormiliz IS an, die in Syrien und im Irak je rund ein Drittel der Landesfläche kontrolliert. In dem Gebiet hat der IS ein Kalifat ausgerufen und geht mit brutaler Gewalt gegen jeden vor, der als Ungläubiger betrachtet wird. Hunderte Gegner wurden festgenommen und gefoltert, viele werden enthauptet und öffentlich gekreuzigt.