Verkehr

Schwarzfahren kostet künftig 60 statt 40 Euro

Schwarzfahrer in Bussen und Bahnen sollen im kommenden Jahr auch zur Abschreckung kräftiger zur Kasse gebeten werden – mit 60 statt 40 Euro.

Der Bundesrat beschloss am Freitag einen Vorschlag an die Bundesregierung, das „erhöhte Beförderungsentgelt“ nach zwölf Jahren anzuheben. Schon zum 1. Januar 2015 – wie von den Ländern gewünscht – kommt dies aber nicht. Der Bund muss zwei Verordnungen ändern, sodass die Erhöhung laut Verkehrsministerium frühestens im Frühjahr 2015 in Kraft treten kann. Durch Fahrgäste ohne Ticket entgehen Nahverkehrsanbietern bis zu 250 Millionen Euro im Jahr. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sprach von einem „guten Signal für alle ehrlichen Fahrgäste und einer Warnung an die Schwarzfahrer“. Die Anhebung sei überfällig, denn die lange geltenden 40 Euro schreckten auch angesichts mittlerweile gestiegener Preise niemanden mehr ab, sagte Präsident Jürgen Fenske. Der Fahrgastverband Pro Bahn hatte sich dagegen kürzlich gegen eine pauschale Anhebung gewandt. Notorische Schwarzfahrer sollten strenger bestraft werden. Es dürfe aber keine „Kriminalisierung zahlungswilliger Fahrgäste“ geben, die immer wieder wegen mangelhafter Kundeninformation oder defekter Automaten ohne gültiges Ticket angetroffen werden.

In Bussen und Bahnen sind nach VDV-Angaben etwa 3,5 Prozent der Passagiere ohne Ticket unterwegs, das entspricht bis zu 350 Millionen Schwarzfahrern im Jahr.