Justiz

Kinderpornografie: Sebastian Edathy muss vor Gericht

Der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy muss wegen des Besitzes von Kinderpornografie vor Gericht.

Das Landgericht Verden ließ die Anklage der Staatsanwaltschaft Hannover zu. Der erste Verhandlungstermin wurde für 23. Februar angesetzt. Edathy habe sich zwischen dem 1. November 2013 und dem 12. Februar 2014 in sieben Fällen mit Hilfe seines Dienst-Laptops kinderpornografische Bild- und Videodateien heruntergeladen, so das Gericht. Die zuständige Strafkammer hatte den Beschluss bereits am Freitag getroffen und Edathy übermittelt. In der Entscheidung hieß es zudem weiter: „Es bestehe der hinreichende Verdacht, dass der Angeklagte wegen der in seinen Büroräumen in Rehburg-Loccum aufgefundenen CD ‚Movie‘ und des Bildbandes ‚Boys in ihrer Freizeit‘ den Straftatbestand des Besitzes jugendpornografischer Schriften verwirklicht hat.“ Der 45-jährige Edathy hatte im Zuge der Ermittlungen zwar den Besitz von Nacktbildern zugegeben, aber immer betont, dass sich darunter keine strafbaren Kinderpornos befänden.

Edathy kündigte am Dienstagabend an, am 18. Dezember in Berlin vor die Medien treten zu wollen. „Ich habe heute fernmündlich den Vorsitzenden der Bundespressekonferenz darüber informiert, dass ich als Gast für ein Statement und die Beantwortung von Fragen am Vormittag des 18. Dezember 2014 – vor meinem Besuch des Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestages – zur Verfügung stehe“, teilte Edathy auf seiner Facebook-Seite mit. Sein Aufenthaltsort ist unbekannt, er soll im Ausland sein. Ins Visier der Behörden war Edathy geraten, weil sein Name auf der Kundenliste einer kanadischen Firma stand, die kinderpornografisches Material verbreitet hatte.