Militär

Bis zu 850 deutsche Soldaten bleiben in Afghanistan

Kabinett berät über Mandat für Ausbildungsmission ab 2015. Bundeswehr-Einsatz fällt größer als geplant aus

Der Kampfeinsatz in Afghanistan läuft nach 13 Jahren aus – Deutschland wird aber auch künftig bis zu 850 Soldaten in dem Land stationieren. So sieht es der Mandatsentwurf für die neue Ausbildungs- und Unterstützungsmission vor. Das sind etwas mehr Soldaten als zunächst vorgesehen. Am Mittwoch soll das Kabinett beraten, dann muss der Bundestag entscheiden.

Der bisherige Nato-Einsatz endet mit Ablauf des Jahres, für die Sicherheit in dem Land sind danach ausschließlich die Afghanen selbst verantwortlich. Die Nato hatte 2012 beschlossen, den Kampfeinsatz dann durch eine kleinere Mission abzulösen, die sich auf Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte konzentriert. Deutschland hatte frühzeitig seine Beteiligung an diesem Einsatz namens „Resolute Support“ zugesichert.

Das deutsche Engagement fällt nun etwas größer aus als zunächst geplant. Bislang war eine Stärke von 600 bis 800 Soldaten in Aussicht gestellt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums muss die Bundeswehr nun aber auch den Lufttransport von Verletzten im Notfall sicherstellen, weswegen zusätzliche Kräfte gebraucht würden. Derzeit sind noch rund 1500 deutsche Soldaten in Afghanistan. Ihr Einsatzmandat läuft mit Ablauf des Jahres aus. Das neue Mandat muss daher noch im Dezember vom Bundestag beschlossen werden, eine Mehrheit gilt als sicher.

Die neue Mission ist „kein Kampfeinsatz“, heißt es ausdrücklich. Die Bundeswehr soll sich auf Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte konzentrieren. Dies soll „vorrangig“ auf Ebene von Ministerien oder Führungsstäben geschehen. Zum Auftrag gehört aber auch die Sicherung von eigenen und anderen Nato-Kräften sowie von zivilen Helfern. Deswegen „kann es zu Gefechtshandlungen in Ausübung des Selbstverteidigungsrechts, zum Schutz eigener Truppen oder designierter ziviler Kräfte kommen“, so heißt es in der Mandatsbegründung. Deutschland soll auch weiter für den Norden des Landes zuständig sein. „Resolute Support“ soll eine Gesamtstärke von rund 12.000 Soldaten haben, die USA wollen knapp 10.000 davon stellen.