Extremismus

Kaum Zwischenfälle bei Hooligan-Demo in Hannover

Nur vereinzelt Rangeleien und kaputte Fensterscheiben

Die befürchteten Krawalle sind ausgeblieben: In Hannover haben deutlich weniger Hooligans und Rechtsextreme gegen Islamismus demonstriert als erwartet. Rund 3000 beteiligten sich am Sonnabend an der Kundgebung der Gruppe „Hooligans gegen Salafisten“(HoGeSa). Die Organisatoren hatten auf 5000 gehofft. Mit einem der größten Polizeiaufgebote in der Geschichte Hannovers sorgten die Einsatzkräfte für einen friedlichen Verlauf.

Nur vereinzelt kam es bei der Abreise am Abend zu Rangeleien zwischen Hooligans und linken Gegendemonstranten. Einige wenige Feuerwerkskörper wurden gezündet, vereinzelt gingen auch Scheiben zu Bruch. Linke Demonstranten beschädigten ein Polizeiauto. Ziel der Einsatzkräfte war es unter anderem, ein Zusammentreffen von Hooligans und Gegendemonstranten zu verhindern. Am Nachmittag kam es kurzfristig zu Rangeleien zwischen Polizisten und Linken, die versuchten, eine Absperrung zu durchbrechen. Die Polizei verhinderte dies unter Einsatz von Pfefferspray. Sie hatte schwere Ausschreitungen wie vor Kurzem in Köln befürchtet und war deswegen mit zahlreichen Wasserwerfern und Räumfahrzeugen vor Ort.

Alkohol und Feuerwerk verboten

Rund 5000 bis 6000 Gegendemonstranten protestierten gegen den Aufmarsch der Hooligans, darunter auch Politiker wie die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth von den Grünen. Auf Plakaten war unter anderem zu lesen: „Gewalt ist die Sprache der Dummen.“ Ein komplettes Verbot der Hooligan-Demonstration war vor Gericht gescheitert.

Der Versammlungsort hinter dem Hauptbahnhof war von den Beamten weiträumig abgesperrt worden. Jeder Teilnehmer wurde von den Polizisten einzeln durchsucht, bevor er den Kundgebungsort betreten durfte. Verboten waren neben Alkohol auch Glasflaschen und Feuerwerkskörper. Das ursprünglich geplante Konzert einer rechtsradikalen Band blieb nach mehreren Gerichtsentscheidungen verboten. Die Demonstranten, zumeist junge Männer, trugen T-Shirts mit Aufdrucken wie „Hoolizei“ oder „Anti-Sharia-Team“. Andere hatten Deutschlandfahnen dabei.