Bundesregierung

Maas entschärft Gesetzentwurf gegen Nacktbilder

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat seinen Gesetzentwurf zum strengeren Umgang mit Nacktbildern abgeschwächt.

Künftig werde die unbefugte Verbreitung von Bildaufnahmen unter Strafe stehen, wenn dies dem Ansehen der abgebildeten Person erheblich schadet, erklärte Maas. „Sozial übliches und alltägliches Verhalten“ müsse aber straffrei bleiben. Damit hat Heiko Maas den Gesetzentwurf kurz vor der Verabschiedung im Bundestag entschärft. Ursprünglich sollte jeder mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden, der unbefugt Bilder von einer nackten Person erstellt. Für die Verbreitung solcher Bilder sollten drei Jahre Haft verhängt werden. Maas stellte klar, sozial übliches und alltägliches Verhalten müsse straffrei bleiben. Mit den Körpern von Kindern und Jugendlichen dürfe niemand Geld verdienen, deshalb werde die unbefugte Verbreitung von Nacktbildern unter Strafe gestellt.

„Wir werden allerdings nichts kriminalisieren“, so Maas weiter, „was zum Alltag vieler Eltern gehört, wie zum Beispiel das Fotografieren ihrer Kinder am Strand.“ Der ursprüngliche Entwurf war auf Kritik gestoßen. Das unbefugte Fotografieren unbekleideter Personen soll nun nicht generell strafbar werden. Stattdessen solle nur noch die Herstellung von Aufnahmen nackter Kinder und Jugendlicher geahndet werden – und auch dies nur, wenn die Bilder gemacht werden, um sie zu verkaufen oder in Tauschbörsen anzubieten.