Auslandseinsatz

Transportflugzeug A400M ist nur bedingt einsatzbereit

Auslandseinsatz für Bundeswehr-Ingenieure: Nicht etwa in Afghanistan weilen die Mitarbeiter der Wehrtechnischen Dienststelle 61 aus Manching (Bayern), sondern in Sevilla.

Dort prüfen die Experten auf dem Werksgelände von Airbus den neuen Lastesel der Luftwaffe – den A400M. Bis Ende November soll das Abnahmeverfahren abgeschlossen sein. Verläuft es erfolgreich, wird die erste Maschine ins niedersächsische Wunstorf überführt. Bis Ende 2018 sollen nach und nach weitere 52 Flugzeuge folgen.

Ist eines der pannenreichsten Beschaffungsvorhaben der Bundeswehr nach Jahren der Verspätung und einer Vervielfachung der Kosten endlich startklar? Jein. Ja, weil der Luftwaffe demnächst für die wichtigste Aufgabe eines Transportflugzeuges modernste Technik zur Verfügung steht. Nein, weil der A400M noch nicht alles kann, was er können soll.

Airbus spricht von „Kleinigkeiten“

Laut Auskunft der Bundesregierung an den Bundestag werden von der ersten Maschine noch keine Fallschirmspringer abspringen können, auch für den Abwurf von Fracht liegen die nötigen Genehmigungen noch nicht vor. Erst Mitte 2015 sollen die erforderlichen Flugtests absolviert sein. Weitere Einschränkungen gibt es bei längeren Flügen, beim Tiefflug sowie bei Landungen auf unbefestigten Pisten. Maschinen, die besonders gegen feindlichen Beschuss geschützt sind, wird die Bundeswehr zudem erst 2016 erhalten. Einschränkungen bei Tiefflug und Landungen auf unbefestigten Pisten bestreitet das Unternehmen Airbus. Und das mit dem Abwurf von Fracht und Fallschirmspringern, das sei eine „Kleinigkeit“. Bis die Luftwaffe sich mit dem neuen Flugzeug vertraut gemacht habe, würden die Genehmigungen vorliegen.

Das Verteidigungsministerium bewertet die Lage anders. Dort sieht man sich in der Pflicht, die jüngst in einem Gutachten angemahnte Kompensation für „temporäre Minderleistungen“ einzutreiben. So wird Airbus eine Gutschrift in Höhe von zwei Millionen Euro leisten, sämtliche Nachrüstungen kostenfrei erbringen und „industrielle Unterstützung für den Anfangsflugbetrieb“ stellen.