Bankguthaben

Warum Geld auf dem Konto bald weniger sicher ist

Banken verschlechtern im Fall ihrer Insolvenz die Haftung für die Kundeneinlagen

In den nächsten Wochen dürfte sich so mancher Bankkunde verwundert die Augen reiben: Sein Institut wird ihn darüber informieren, dass die Einlagensicherung zum 1. Januar 2015 abgesenkt wird. Diese Änderung betrifft nicht die gesetzliche Einlagensicherung, wohl aber die zweite Säule der Garantie von Bankguthaben: den Einlagensicherungsfonds der Banken.

Die Änderung mutet ein wenig so an, als werde an einem erfolgreichen und funktionierenden Programm unnötig herumgetüftelt. Als solches stellen die deutschen Geschäftsbanken ihre Einlagensicherung gern dar. Nach Angaben des Bundesverbandes deutscher Banken hat der Sicherungsfonds in der Zeit seines Bestehens mehr als 30 „Entschädigungsfälle“ abgewickelt und nach Ansicht von Beobachtern mit dazu beigetragen, einen Bankensturm in Deutschland zu verhindern. „Darunter waren auch große Brocken, wie die Entschädigung der Kunden der Lehman Brothers Deutschland in Höhe von insgesamt mehr als sechs Milliarden Euro“, betonte Michael Kemmer vom Bundesverband deutscher Banken kürzlich.

Der Einlagensicherungsfonds existiert seit 1976 und wird von 165 privaten Kreditinstituten getragen, die im Bundesverband deutscher Banken zusammengeschlossen sind. Die größten davon sind die Commerzbank und die Deutsche Bank. Allein die Commerzbank zählt rund 15 Millionen Privatkunden. Die Sparkassen wie auch die Volks- und Raiffeisenbanken haben eigene, unabhängige Sicherungseinrichtungen. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 100 Millionen Bankkonten, mehr als die Bundesrepublik Einwohner hat.

Obwohl es ernst zu nehmende Stimmen gibt, die an der dauerhaften Stabilität des Finanzsystems zweifeln, wird die Einlagensicherung der privaten Geldhäuser jetzt also abgesenkt. Bisher sichert die Entschädigungseinrichtung des Bundesverbandes deutscher Banken Einlagen bis zu einer Höhe von 30Prozent des haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank ab. Da eine Bank in Deutschland mindestens fünf Millionen Euro Eigenkapital aufweisen muss, beträgt die Garantie derzeit mindestens 1,5 Millionen Euro. Diese Absicherung gilt pro Kunde und Institut.

Ab dem 1. Januar 2015 beträgt die Quote nur noch 20 Prozent, also mindestens eine Million Euro. Jedoch ist das nur der Auftakt einer ganzen Serie von Reduzierungen. Am 1. Januar 2020 geht es runter auf 15 Prozent des haftenden Eigenkapitals, nach jetzigem Stand also mindestens 750.000 Euro. Am 1. Januar 2025 steht dann eine weitere Absenkung auf 8,75 Prozent ins Haus. Bleiben die Kapitalanforderungen wie bisher, beträgt die Minimalgarantie dann 437.500 Euro pro Kunde.

Die tatsächlichen Absicherungen pro Kunde sind weitaus höher. So hat das größte Kreditinstitut der Nation, die Deutsche Bank, ein haftendes Eigenkapital von 46,8 Milliarden Euro, woraus sich eine Absicherung von 14 Milliarden Euro pro Kunde ergibt. Selbst nach der Senkung vom 1. Januar sind noch gut neun Milliarden garantiert.