Militär

Kanada fliegt erste Luftangriffe auf IS-Stellungen im Irak

Die kanadische Luftwaffe hat erstmals Angriffe auf mutmaßliche Stellungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Irak geflogen.

Zu „Schäden“ durch die Luftangriffe wollte sich das Verteidigungsministerium in Ottawa zunächst nicht äußern, am Dienstag werde es dazu detaillierte Informationen geben, hieß es.

Die kanadischen F-18-Kampfjets griffen am Sonntag IS-Ziele in der zentralen Region Falludscha mit lasergesteuerten 250 Kilogramm-Bomben an, wie der kanadische Verteidigungsminister Rob Nicholson mitteilte. Das Parlament in Ottawa hatte Anfang Oktober den Militäreinsatz im Irak bewilligt. Kanada unterstützt damit die von den USA angeführte Militärallianz gegen die sunnitische IS-Miliz.

Kampfjets der Allianz griffen seit dem Wochenende außer im Irak auch fünf Mal mutmaßliche Stellungen des Islamischen Staats rund um die umkämpfte nordsyrische Kurdenstadt Kobane an der Grenze zur Türkei an. Die IS-Kämpfer hatten in den vergangenen Monaten die Kontrolle über weite Teile des Nordiraks sowie Syriens übernommen.

Bei zwei Bombenanschlägen gegen Schiiten wurden allein am Sonntag in Bagdad mindestens 19 Menschen getötet. Fünf weitere starben bei der Explosion einer Autobombe im Zentrum der Hauptstadt. Die Attentate schürten Befürchtungen, die sunnitische Dschihadistenmiliz könnte gezielt Hunderttausende schiitische Pilger ins Visier nehmen, die derzeit aus Anlass des Aschura-Fests in die Stadt Kerbela unterwegs sind.

25.000 Soldaten sowie 1500 Milizionäre sind seit dem Wochenende im Einsatz, um die Pilger auf dem Weg in das 110 Kilometer südlich von Bagdad gelegene Kerbela zu schützen. Einige Straßen und schiitische Viertel in der Hauptstadt wurden abgeriegelt.