Syrien

Erste Peschmerga in Kobane eingetroffen

Erkundungsteam der Bundesregierung prüft Ausbildungsmission

Die ersten Peschmerga aus dem Nordirak sind zur Verstärkung im nordsyrischen Kobane eingetroffen. Zehn Kämpfer kamen nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag in der belagerten Stadt an. Am Vortag waren 90 bis 100 Kurdenkämpfer per Flugzeug in der Türkei eingetroffen. Eine zweite Gruppe ist mit schweren Waffen auf dem Landweg unterwegs nach Kobane. Die Peschmerga haben schwere Waffen dabei und sollen helfen, die Grenzstadt gegen Angreifer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu verteidigen.

Die IS-Extremisten scheiterten zuvor mit dem Versuch, den Grenzübergang zur Türkei zu erobern und so den Peschmerga den Weg abzuschneiden. IS-Kämpfer haben die Stadt bereits vom Osten, Süden und Westen her eingekesselt. Nur noch eine Nordpassage in Richtung türkischer Grenze ist frei.

Idriss Nassan, ein Sprecher der kurdischen Verteidiger Kobanes, sagte, die zehn Peschmerga würden vor Ort logistische Vorbereitungen für die Ankunft der restlichen Einheiten treffen.

Seit Tagen hatten die kurdischen Verteidiger in Kobane auf die Ankunft der Verstärkung gehofft. Ankara hatte in der vergangenen Woche die Erlaubnis gegeben, dass die Kämpfer aus dem Nordirak über türkisches Staatsgebiet nach Kobane verlegt werden dürfen. Eine Gruppe von 80 Peschmerga landete am Mittwoch auf dem türkischen Flughafen Sanliurfa. Weitere 70 Kämpfer aus dem Nordirak sowie die schweren Waffen werden über den Landweg nach Kobane gebracht.

Am Mittwoch trafen zudem Kämpfer der gemäßigten Freien Syrischen Armee (FSA) in Kobane ein. Die Oppositionsmiliz kämpft im syrischen Bürgerkrieg sowohl gegen den IS als auch gegen das Regime. Ein Kurdensprecher sagt, 50 bis 70 FSA-Kämpfer seien in Kobane angekommen. Arabische und kurdische Medien berichteten unter Berufung auf einen FSA-Kommandeur von insgesamt 200 Mann Verstärkung.

Ein Erkundungsteam der Bundesregierung bricht unterdessen am Donnerstag in den Nordirak auf, um die Beteiligung der Bundeswehr an einer militärischen Ausbildungsmission zu prüfen. Zu dem Team gehören drei Vertreter des Verteidigungsministeriums und einer des Auswärtigen Amts. Deutschland erwägt die Ausbildung von Streitkräften in der nordirakischen Stadt Erbil. Damit will die Bundesregierung den Kampf gegen die IS-Terrormiliz unterstützen.

Mehr als 800 Menschen wurden bisher Aktivisten zufolge bei den Kämpfen um Kobane getötet. Mehr als 200.000 Bewohner der Region flohen in die benachbarte Türkei.