Bildung

Unterricht ist immer noch zu analog

Eltern bangen um die berufliche Zukunft ihrer Kinder

Angesichts der Digitalisierung der Arbeitswelt fürchten viele Eltern um die berufliche Zukunft ihrer Kinder: Immer mehr Tätigkeiten werden von Maschinen und Computern übernommen, sind zwei Drittel der Eltern überzeugt; knapp die Hälfte erwartet, dass die Arbeitsplätze unsicherer werden. Das ergab eine Umfrage des Allensbach-Instituts unter Eltern mit Schulkindern im Auftrag des Vodafone-Instituts für Gesellschaft und Kommunikation. Die Ergebnisse der Studie zeigten, „dass viele Eltern der Digitalisierung mit Sorge gegenüberstehen“, sagte David Deißner vom Vodafone-Institut. Das Bildungssystem stehe vor „immensen Herausforderungen“, damit die jungen Leute für die Welt von morgen gerüstet seien.

80 Prozent sind überzeugt, dass gute Kenntnisse im Umgang mit digitalen Medien immer wichtiger werden. Drei Viertel aller Eltern rechnen mit zunehmendem Leistungsdruck, 70 Prozent mit steigenden Anforderungen für Arbeitnehmer. Nur jeder Fünfte meint, dass die jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt bessere Chancen haben werden. 40 Prozent rechnen damit, dass es immer weniger einfache Jobs geben wird.

Vor allem Eltern aus sozial schwächeren Schichten und mit einer niedrigen Schulbildung sorgen sich, dass ihre Kinder in der Berufswelt von morgen nicht mithalten können. Zu Recht: Sozial benachteiligte Schüler werden nach Einschätzung der Experten an den Schulen oft weniger intensiv am Computer geschult als Schüler aus höheren Bildungsschichten. 27 Prozent der Eltern von Gymnasialschülern sagen, ihre Kinder würden weniger gut für den Umgang mit Computern und Internet im Beruf vorbereitet – aber 36 Prozent an anderen Sekundarschulen. Die Experten sind skeptisch, was den Stellenwert der digitalen Technologien im Unterricht angeht: Der Unterricht sei weitgehend im „analogen Zeitalter“ steckengeblieben, heißt es in einer Studie zur Umfrage. Der Graben zwischen einer digitalisierten Alltagswelt und den Bildungsinstitutionen vertiefe sich.