CSU

Nach seinen Attacken auf Söder lenkt Seehofer ein

In der Auseinandersetzung zwischen CSU-Chef Horst Seehofer und dem bayerischen Finanzminister Markus Söder (CSU) schlägt der bayerische Ministerpräsident versöhnliche Töne an.

„Wir, Söder/Seehofer, werden gut und vernünftig zusammenarbeiten“, sagte Seehofer der Berliner Morgenpost. „Für die Menschen ist alleine maßgeblich, was wir positiv für sie bewirken. Und das ist eine ganze Menge – und das in Teamarbeit“, sagte der CSU-Chef weiter.

Spekulationen, er wolle Söder disziplinieren, wies Seehofer zurück. Er wolle sich nicht an „der galoppierenden Inflation von Märchen beteiligen“. Der CSU-Chef hatte angedeutet, dass er entgegen bisheriger Aussagen bei der Landtagswahl 2018 erneut als Spitzenkandidat antreten könnte. Das wurde als Versuch gewertet, seinen potenziellen Nachfolger Söder in die Schranken zu weisen. Denn Söder, dem Seehofer „Schmutzeleien“ vorgeworfen hatte, steuert immer wieder mal einen Konfrontationskurs zum Ministerpräsidenten, offensichtlich mit dem Ziel, ihn letztlich abzulösen. Das Verhältnis beider Politiker gilt schon länger als gestört.

Seehofer ist bemüht, die Aufregung der vergangenen Tage zu dämpfen. Auch weil das erste öffentliche Zusammentreffen von Söder und Seehofer ansteht. Beide haben zugesagt, zur privaten Geburtstagsfeier von Landtagspräsidentin Barbara Stamm in Würzburg zu kommen. Zu ihren Wünschen dürfte gehören, dass ihr Fest nicht als Showdown zwischen Seehofer und Söder endet. Die „CSU-Familie“ ist zutiefst irritiert über ihren Patriarchen. Sie ist zwar einiges gewohnt an Überraschungen. Aber Seehofers im „Spiegel“ geäußerte Drohung, dass er wüsste, was er zu tun hätte, „wenn kein ordentlicher Übergang gewährleistet wäre“, war vielen zu viel.