Konflikt

Ukraines Militär soll Streubomben im Osten einsetzen

Bei den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen im Osten der Ukraine ist nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation die international geächtete Streumunition eingesetzt worden.

Die sogenannten Cluster-Bomben seien wahrscheinlich von den Regierungstruppen abgeworfen worden, teilte die in New York ansässige Organisation Human Rights Watch mit. Ein Sprecher der Regierung wies die Vorwürfe zurück. Von den Rebellen war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Streubomben sind Behälter für eine Vielzahl kleinerer Bomben. Eine Cluster-Bombe explodiert vor dem Aufprall in der Luft und verstreut dadurch ihren Inhalt auf einer Fläche von der Größe eines Fußballfeldes. Ein kleiner Teil des Inhalts der Streubomben explodiert beim Aufprall nicht. Diese Blindgänger stellen eine große Gefahr für die Zivilbevölkerung dar. Die meisten Staaten haben sich verpflichtet, diesen Munitionstyp nicht einzusetzen. Die Ukraine zählt nicht dazu.

Die New Yorker Organisation erklärte, eine einwöchige Untersuchung der Kampfgebiete in der Ostukraine habe ergeben, dass die Regierungstruppen vermutlich verantwortlich für mehrere Streubomben-Angriffe im Oktober im Raum Donezk seien. Es sei schockierend festzustellen, dass diese international geächtete Waffe ausgiebig in der Ostukraine eingesetzt worden sei, sagte Waffenexperte Mark Hiznay. Es seien zwölf Fälle dokumentiert, bei denen Streubomben eingesetzt wurden. Dabei seien mindestens sechs Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Der Einsatz der Munition habe anhand typischer Einschlagskrater sowie Munitionssplittern festgestellt werden können.

Der Sprecher der ukrainischen Armee, Andrij Lysenko, sagte unterdessen, solche Waffen würden nicht eingesetzt. „Sie können nur von Flugzeugen aus abgeworfen werden, und unsere Luftwaffe ist seit Bekanntgabe des Waffenstillstands am 5.September nicht mehr geflogen.“

Im Osten der Ukraine bekämpfen sich seit April Regierungstruppen und Separatisten. Dabei wurden mindestens 3700 Menschen getötet.