Extremismus

Entführer drohen mit Mord an deutscher Geisel auf Philippinen

Islamistische Entführer auf den Philippinen haben wenige Tage vor Ablauf eines Ultimatums ihre Morddrohung gegen eine von zwei deutschen Geiseln bekräftigt.

Sollte bis Freitag 15 Uhr Ortszeit nicht das Lösegeld von 250 Millionen Pesos (4,43 Millionen Euro) eingegangen sein, werde eine der beiden Geiseln hingerichtet, teilte die islamistische Gruppe Abu Sayyaf am Mittwoch mit. Zudem müsse Deutschland die Unterstützung für den Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) in Syrien und im Irak beenden. Ein Sprecher der Organisation, die al-Qaida nahesteht, rief den philippinischen Außenminister Albert del Rosario dazu auf, sich in die Verhandlungen über eine Freilassung der beiden Geiseln einzuschalten. Rosario lehnte eine Stellungnahme ab. Die beiden Deutschen, ein über 70-jähriger Arzt und eine Frau Mitte 50, wurden im April von ihrer Yacht zwischen der Insel Borneo und den Philippinen verschleppt. Sie werden auf der Insel Jolo im Süden des Landes gefangen gehalten. Das Auswärtige Amt in Berlin hat einen Krisenstab eingerichtet.

„Sie haben mir gesagt, dass sie mich am Freitag töten werden“, sagte der Mann in einem Radiointerview. Er werde in einem Erdloch von drei mal fünf Metern gefangen gehalten. „Sie haben mir gesagt, dies wird mein Grab.“ Am Montag sei er von seiner Gefährtin getrennt worden. Zehn Bewaffnete würden ihn rund um die Uhr bewachen.

Die Abu Sayyaf erlangte mit der Entführung westlicher Ausländer wiederholt Aufmerksamkeit. Im April 2000 verschleppte die Gruppe mehrere Touristen von der malaysischen Insel Sipadan.