China

Video zeigt brutale Polizeigewalt bei Protest in Hongkong

Die schwersten Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten seit Beginn der Proteste in Hongkong vor mehr als zwei Wochen haben neue Spannungen geschürt.

Eine Prügelattacke und Vorwürfe wegen Polizeibrutalität haben in der chinesischen Sonderverwaltungsregion zusätzlich Empörung ausgelöst. Ein Ende der bislang schwersten Krise in Hongkong seit der Rückgabe der ehemaligen britischen Kronkolonie 1997 an China ist nicht in Sicht. Die kommunistische Führung in Peking will nicht auf die Forderung der Demonstranten nach mehr Demokratie eingehen.

Zu den Auseinandersetzungen kam es in der Nacht, als Hunderte Polizisten den am Vorabend überraschend von Aktivisten besetzten Tunnel der Straße Lung Wo nahe des Regierungssitzes räumten. Es gab chaotische Szenen. Polizisten rangen Demonstranten zu Boden, um sie zu fesseln und abzutransportieren. Es gab 45 Festnahmen. Vier Beamte wurden verletzt. Die Polizei setzte Pfefferspray ein.

Nach dem Einsatz schlugen Vorwürfe wegen Polizeibrutalität große Wellen. Auslöser war ein Video im Programm des Fernsehsenders TVB, das zeigt, wie Polizeibeamte einen gefesselten Mann in eine dunkle Ecke tragen, auf den Boden legen und immer wieder mit Fußtritten traktieren. Das Opfer wurde später als Ken Tsang, Mitglied der oppositionellen prodemokratischen Bürgerpartei, identifiziert. Der Man wurde im Krankenhaus behandelt. Sicherheitschef Lai Tung-kwok berichtete, die beteiligten Beamten seien „vorübergehend vom Dienst suspendiert“ worden. Eine formelle Untersuchung wurde zudem eingeleitet.