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Politik II

Vatikan: Bischöfe fürchten liberale Haltung zur Homosexualität ++ Abspaltung: Katalanen verzichten auf Referendum ++ Anschlag: Ex-Premier Tony Blair im Visier von Terroristen ++ Protest: Krawalle vor ukrainischem Parlament in Kiew

Bischöfe fürchten liberale Haltung zur Homosexualität

Teilnehmer der katholischen Bischofssynode im Vatikan haben vor einer zu weiten Öffnung der Kirche in Richtung Homosexueller und Geschiedener gewarnt. In einem dazu veröffentlichten Papier finde sich eine „beträchtliche Zahl von Bischöfen“ nicht wieder, sagte der konservative US-Kardinal Raymond Burke am Dienstag. Burke kritisierte, der Vatikan habe manipulierte Informationen über die Debatten hinter verschlossenen Türen veröffentlicht. Andere Teilnehmer deuteten an, der im Dokument vom Montag enthaltene und ungewöhnlich freundliche Ton gegenüber Homosexuellen könne Katholiken über die Glaubenssätze der Kirche verwirren.

Katalanen verzichten auf Referendum

Anstelle des untersagten Unabhängigkeitsreferendums will die nordostspanische Region Katalonien die Bürger in einer nicht bindenden Abstimmung zur Loslösung von Spanien befragen. „Es wird Wahllokale, Urnen und Stimmzettel geben“, kündigte der katalanische Ministerpräsident Artur Mas an. Die Abstimmung solle – wie das ursprünglich geplante Referendum – am 9. November stattfinden. Ihr Ergebnis werde „nicht definitiv“ sein. Die spanische Zentralregierung hatte Verfassungsklage gegen das Referendum erhoben. Das Verfassungsgericht ließ die Klage zu und erklärte die Abstimmung damit vorläufig für illegal.

Ex-Premier Tony Blair im Visier von Terroristen

Der frühere britische Premierminister Tony Blair und seine Frau Cherie könnten Ziele eines geplanten Terrorangriffs gewesen sein. Ein 26 Jahre alter Brite steht seit Dienstag in London vor Gericht, weil er Terrortaten vorbereitet und ein Dokument mit dem Titel „Bombenherstellung“ auf einer Memory-Karte besessen haben soll. Die Polizei hatte den Mann Ende September wegen eines Vergehens im Straßenverkehr in seinem Auto angehalten. In seinem Wagen fand man auch ein Stück Papier mit der Adresse einer Immobilie der Blairs, versteckt in einem Brillenetui. Man könne annehmen, „dass diese Adresse eine Bedeutung“ habe, sagte ein Staatsanwalt in London.

Krawalle vor ukrainischem Parlament in Kiew

Mehrere tausend Demonstranten haben sich am Dienstag in der ukrainischen Hauptstadt Kiew vor dem Parlament eine Straßenschlacht mit der Polizei geliefert. Die zum Teil vermummten Demonstranten zogen vor das Hauptportal des Parlaments und bewarfen das Gebäude und die Polizei mit Steinen und Rauchbomben und schossen mit Luftgewehren. Die meisten Fenster im ersten Stock gingen dabei zu Bruch. Die Forderungen der Demonstranten blieben zunächst unklar. Im Parlament hatten die Abgeordneten am letzten Sitzungstag vor der Parlamentswahl am 26. Oktober Anti-Korruptions-Gesetze verabschiedet.