Terror

IS droht mit Anschlägen auch in Deutschland

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Behörden sehen „abstrakt hohe Gefährdung“

Noch belassen es die Propagandisten des „Islamischen Staates“ (IS) bei Drohungen. Doch die Anzeichen, dass Anhänger der Terrormiliz versuchen könnten, in Deutschland Terroranschläge zu verüben, mehren sich. Die jüngste Drohung findet sich in der vierten Ausgabe einer Internet-Postille des IS. Darin fordern die Dschihadisten, die Länder der Anti-IS-Koalition zu attackieren. „Die Bürger der Staaten der Kreuzzügler sollten angegriffen werden, wo auch immer sie sind“, heißt es. Das Bundesinnenministerium sieht eine „abstrakt hohe Gefährdung“, aber keine Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen.

Besonders gefährlich sind laut Behörden aus Deutschland ausgereiste Dschihadisten, die mit Kampferfahrung zurückkehren. Ein Sprecher des Innenministeriums nannte den Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel vom Mai dieses Jahres. Wegen des Mordes an drei Besuchern muss sich ein 29-Jähriger verantworten, der zuvor in Syrien gekämpft haben soll.

In dem am Wochenende veröffentlichten, 56 Seiten starken Magazin des IS wird Deutschland als eines der anzugreifenden Länder namentlich genannt. „Jeder Muslim sollte sein Haus verlassen, einen Kreuzzügler finden und ihn töten“, heißt es. Anschläge sollten als Taten des IS kenntlich gemacht werden. Die Terroristen setzen offenbar auf kleinere Anschläge, bei denen nicht unbedingt viele Menschen sterben, die aber leicht durchzuführen sind. „Je weniger mit eingebunden sind und je weniger Gespräche es vorher gibt, desto eher wird der Anschlag ohne Probleme durchgeführt werden können“, heißt es.

Die Aufruf reiht sich ein in eine ganze Reihe von Drohungen gegen westliche Länder und Deutschland. „Tötet von den Ungläubigen, wen immer ihr wollt“, schrieb im Juli der nach Syrien ausgereiste Essener Silvio K.. In der vergangenen Woche tönte ein noch unbekannter Dschihadist in akzentfreiem Deutsch: „Ich will euch dazu einladen, die Kuffar (Ungläubigen) im Dar ul-Kufr zu schlachten“. Als Dar ul-Kufr werden „Gebiete des Unglaubens“ bezeichnet, also westliche Länder, die nicht islamisch geprägt sind.

Sicherheitsexperten halten derlei Aufrufe mitunter für Maulheldentum. Das Internetmagazin scheint dagegen von der Führung des IS abgesegnet zu sein. Ende September hatte auch der „Pressesprecher“ des IS, Abu Mohammed al-Adnani, gefordert, „ungläubige Amerikaner oder Europäer“, sowie alle „Bürger jener Länder, die sich der Koalition gegen den Islamischen Staat angeschlossen haben“, zu töten.

( kr )