Krieg

Kampf um Kobane: Washington bombardiert IS

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Türkei plant Angriffe gegen Islamisten in Syrien und Irak

Mit Angriffen auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) versuchen die USA und ihre arabischen Verbündeten, den Vormarsch der Extremisten auf die nordsyrische Stadt Kobane zu stoppen. Das internationale Bündnis bombardierte am Mittwoch IS-Stellungen östlich von Kobane. Die Stadt an der Grenze zur Türkei ist die letzte Bastion in einer Enklave, die bisher unter Kontrolle syrischer Kurden stand. Kurden und IS-Extremisten lieferten sich weiter heftige Kämpfe.

Der IS habe Verstärkung von neuen Kämpfern aus dem Osten Syriens erhalten, sagte der Chef der selbst ernannten Regionalregierung von Kobane, Anwar Muslim. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, die Terrormiliz habe seit dem Morgengrauen ihre Artillerieangriffe auf Kobane verstärkt. Bei den Kämpfen seien auf beiden Seiten Menschen getötet worden.

Die IS-Terrormiliz versucht seit mehr als zwei Wochen, Kobane (Arabisch: Ain al-Arab) einzunehmen. Sie steht nur noch zwei bis drei Kilometer von der kurdischen Stadt entfernt. Die Extremisten haben seit Beginn ihrer Angriffe bereits mehr als 300 Dörfer im Umland unter Kontrolle gebracht. Die syrischen Menschenrechtsbeobachter meldeten, die IS-Extremisten hätten vier Kämpfer der Kurden geköpft, die bei den Kämpfen um Kobane gefangen genommen worden seien. Drei davon seien Frauen gewesen. Die Köpfe der Toten seien in der Stadt Dscharabulus aufgehängt worden.

Deutschland schickt weitere Waffen

Angesichts des IS-Vormarschs will sich die türkische Regierung vom Parlament die Erlaubnis für Militäroperationen in Syrien und im Irak geben lassen. Die Abgeordneten wollen am Donnerstag darüber entscheiden, meldete die Nachrichtenagentur Anadolu. Der Regierung soll erlaubt werden, über den Zeitpunkt, die Dauer und das Ausmaß militärischer Operationen in den Nachbarländern zu entscheiden, hieß es weiter.

Aus Deutschland wurden derweil weitere Waffen für die Kurden in den Nordirak geschickt. Mit dem insgesamt vierten Transportflug würden 48 Tonnen Waffen, Munition und Ausrüstungen in die Kurdenhauptstadt Erbil gebracht, teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr mit. Damit seien bisher 200 Tonnen Waffen und Ausrüstung verladen worden. Bis Ende Oktober sollten insgesamt 600Tonnen geliefert werden. Deutschland will 10.000 kurdische Soldaten der Peschmerga-Armee für deren Kampf gegen die IS-Milizen ausrüsten.

( dpa )