Panne

Ebola-Hilfsmission strandet auf Gran Canaria

Defekt stoppt Transportmaschine der Bundeswehr auf dem Weg in den Senegal

Die Pannenserie bei der Bundeswehr reißt nicht ab. Eine Transall-Transportmaschine ist bereits am Freitag auf dem Weg zum Ebola-Hilfseinsatz im Senegal defekt auf Gran Canaria liegen geblieben, wie ein Sprecher der Luftwaffe am Montag bestätigte. Eine Ersatzmaschine mit Technikern sei für die Reparatur auf die Kanaren-Insel geschickt worden. Diese Maschine solle dann auch in den Senegal weiterfliegen und dort für die Luftbrücke in die Ebola-Gebiete in Liberia, Guinea und Sierra Leone zur Verfügung stehen. Der technische Defekt sei bei einem geplanten Zwischenstopp auf der spanischen Insel vor der Küste Afrikas aufgefallen.

Über die neue Transall-Panne hatte zuerst der verteidigungspolitische Blog „Augen geradeaus!“ berichtet. Erst in der vergangenen Woche hatten sechs Ausbilder der Bundeswehr, die kurdische Kämpfer im Nordirak in den Gebrauch der von Deutschland gelieferten Waffen einweisen sollten, fast eine Woche lang in Bulgarien festgesessen. Grund waren Verzögerungen durch gleich mehrere Defekte verschiedener Transall-Maschinen.

In Westafrika sollen sich zwei Transall-Maschinen zusammen mit französischen und amerikanischen Flugzeugen an der Luftbrücke beteiligen. Sie sollen Hilfsgüter in das Krisengebiet bringen. Dazu werden rund 100 Soldaten in der senegalesischen Hauptstadt Dakar stationiert. Trotz dieser Pannen stärkte Bundeskanzlerin Angela Merkel Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) den Rücken. Es sei richtig, die Probleme der Bundeswehr offen aufzuzeigen und anzugehen, wie es von der Leyen tue, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Im Übrigen gelte für die Bundeswehr trotz der Mängel bei der Ausrüstung: „Sie ist einsatzfähig, sie ist einsatzbereit.“ Ähnlich äußerte sich das Verteidigungsministerium. „Das stellt die Bündnis- und die Verteidigungsfähigkeit nicht in Frage“, sagte ein Sprecher. Seibert wie auch der Sprecher von der Leyens betonten, dass die Probleme sich nicht kurzfristig abstellen ließen. „Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass wir noch einige Zeit – da rede ich nicht von Monaten, sondern eher Jahren – mit einzelnen Problemen zu tun haben werden.“