UN-Vollversammlung

„Nicht viel in der Kasse“ – Ebola-Hilfe fließt zu langsam

Seine Meinung über die weltweite Ebola-Hilfe bringt Sierra Leones Präsident Ernest Bai Koroma so auf den Punkt: „Die nationalen und internationalen Reaktionen sind unzureichend.“ Sein Land ist besonders von dem tödlichen Virus betroffen. Trotz Hilfsversprechen von allen Seiten kommen nicht genug Mittel und Helfer in den am stärksten betroffenen Regionen in Westafrika an, beklagen UN-Organisationen.

Am Donnerstag versuchte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bei der UN-Vollversammlung in New York mehr Hilfsgelder zu mobilisieren. Die Weltbank erhöhte ihre Zusage von 230 auf 400 Millionen Dollar (rund 312 Millionen Euro). Die EU kündigte an, ihre Hilfen um 30 Millionen auf 180 Millionen Euro aufzustocken. Die USA hatten Mitte September insgesamt 170 Millionen Dollar (133 Millionen Euro) zugesagt. Der Weltwährungsfonds (IWF) stellte 130 Millionen Dollar (102 Millionen Euro) zur Verfügung. Doch eine bedeutende Lücke klafft weiter.

Die Weltgesundheitsorganisation habe derzeit nur sehr begrenzt Mittel zur Verfügung, klagt WHO-Sprecherin Margaret Harris. „Wir haben wirklich nicht sehr viel in der Kasse.“ Es würden zwar mehr Hilfsgelder fließen, aber die WHO könnte besser helfen, wenn die versprochenen Spenden schneller ankämen. In Liberia gibt es nur für jeden sechsten Infizierten einen Klinikplatz. Laut dem US-Zentrum für Seuchenkontrolle (CDC) müssten aber mindestens 70 Prozent der Kranken behandelt werden, um die Epidemie in den Griff zu kriegen. US-Präsident Barack Obama will Truppen entsenden, die beim Krankenhausbau helfen sollen.

Neben Geld mangelt es vor allem an Helfern aus dem Gesundheitswesen. Bereits vor dem Ebola-Ausbruch gab es in den Ländern zu wenig medizinisches Personal, Hunderte Helfer steckten sich selbst an. In Deutschland sucht Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei der Bundeswehr nach Freiwilligen für den Ebola-Einsatz. Es meldeten sich schon Tausende Menschen. Bis bis zu einem umfassenden Einsatz deutscher Helfer werden wegen aufwendiger Vorbereitungen aber noch Wochen vergehen.