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Politik II

Niederlande: Lebenslange Haft gegen Radovan Karadzic beantragt ++ Frankreich: Sarkozy bereit für interne Präsidentschaftsvorwahlen ++ Kenia: Todesurteil für Pfleger wegen missglückter Abtreibung ++ Somalia: Tote bei Lösegeldstreit für deutschen Journalisten

Lebenslange Haft gegen Radovan Karadzic beantragt

Im UN-Kriegsverbrecherprozess haben die Kläger gegen den früheren bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic eine lebenslange Haftstrafe beantragt. Das gab die Klagevertretung am Freitag in Den Haag bekannt. Karadzic gilt unter anderem als mitverantwortlich für das Massaker von Srebrenica, bei dem 1995 rund 8000 muslimische Jungen und Männer ermordet wurden. Der 69-Jährige ist in elf Punkten angeklagt, unter anderem wegen Völkermordes.

Sarkozy bereit für interne Präsidentschaftsvorwahlen

Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat interne Vorwahlen bei seiner konservativen Partei UMP für die Präsidentschaftskandidatur 2017 zugesichert. Der konservative Ex-Regierungschef Alain Juppé, der für die UMP bei der Präsidentschaft 2017 kandidieren will, hatte von Sarkozy eine Klarstellung gefordert. Neben Juppé will auch der einstige Premierminister, François Fillon, kandidieren. Sarkozy hatte kürzlich seine Rückkehr in die Politik verkündet.

Todesurteil für Pfleger wegen missglückter Abtreibung

Der Oberste Gerichtshof in Kenia hat einen Krankenpfleger wegen einer missglückten Abtreibung zum Tode verurteilt. Der Richter befand, dass der 42-Jährige für den Tod einer Frau und ihres Fötus vor fünf Jahren verantwortlich war. Abtreibung ist in Kenia in den meisten Fällen verboten. Nur bei Gefahr für das Leben der Mutter kann ein Arzt die Schwangerschaft beenden. Dennoch treiben Zehntausende Frauen jedes Jahr illegal ab. Der Krankenpfleger kann gegen das Urteil in Berufung gehen.

Tote bei Lösegeldstreit für deutschen Journalisten

Bei einem Streit zwischen Piraten über Lösegeld für einen freigelassenen deutsch-amerikanischen Journalisten sind in Somalia drei Menschen getötet worden. In der zentralen Stadt Galkayo hätten einige der Geiselnehmer von Michael Scott Moore ihre Kameraden angegriffen. Bei der Schießerei sei auch ein ranghoher Piratenkommandeur getötet worden. Der 45-jährige Moore war am Dienstag nach mehr als zweieinhalb Jahren Geiselhaft für 1,6 Millionen Dollar Lösegeld freigekommen.