Familie

Eltern sein dagegen sehr

Bundestag berät über Reform des Elterngelds und den Kita-Ausbau

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) hat den Gesetzentwurf für das „Elterngeld Plus“ gegen Kritik verteidigt. Es sei ein wichtiger Schritt zur besseren Vereinbarung von Beruf und Familie. Viele Frauen hätten den Wunsch, früher in den Job zurückzukehren. Männer hingegen würden gerne mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Der Bundestag debattierte am Freitag in erster Lesung über die Reformpläne Schwesigs. Mit dem „Elterngeld Plus“ sollen jene Elternpaare unterstützt werden, die sich partnerschaftlich um die Kinderbetreuung kümmern und zugleich über eine Teilzeitbeschäftigung ins Berufsleben zurückkehren wollen.

Die Neuregelung für ein flexibleres Elterngeld, die ab 1. Januar 2015 gelten soll, sieht nach den Plänen der Regierung vor, dass Eltern die Familienhilfe bei gleichzeitiger Teilzeitarbeit doppelt so lange beziehen können wie das bisherige Elterngeld. Bislang war eine Kombination aus Elterngeld und Teilzeit zwar auch schon möglich, der Lohn aus der Teilzeitbeschäftigung minderte jedoch die Höhe des ausgezahlten Elterngeldes.

Zudem soll sich die Bezugsdauer durch die Einführung eines Partnerschaftsmodus um weitere vier Monate für jeden Elternteil verlängern, wenn beide pro Woche einer Teilzeitbeschäftigung von 25 bis 30 Stunden nachgehen. Weiter sollen Eltern künftig auch zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes eine unbezahlte Auszeit von bis zu zwei Jahren nehmen können. Sie können diese Zeit in drei Abschnitte aufteilen. Bislang ist eine solche Auszeit nur bis zum dritten Geburtstag möglich und kann nur in zwei Abschnitte geteilt werden.

Der Vereinbarkeit von Familie und Beruf solle auch das neue Kita-Gesetz dienen, das darüber hinaus Länder und Kommunen entlasten wolle, sagte Schwesig weiter. Der Gesetzentwurf sieht vor, die Mittel für den Ausbau der Betreuungsplätze für unter Dreijährige um weitere 550 Millionen Euro auf dann bis zu einer Milliarde Euro aufzustocken sowie für 2017 und 2018 jährlich weitere 100 Millionen Euro für die Betriebskosten bereitzustellen.