Spekulation

Nordkorea deutet Gesundheitsprobleme von Kim Jong-un an

Die gut dreiwöchige mediale Auszeit von Kim Jong-un hat Gerüchte über Gesundheitsprobleme des nordkoreanischen Machthabers angeheizt.

Das nordkoreanische Staatsfernsehen deutete erstmals körperliche Beschwerden des Machthabers an. In einer TV-Dokumentation am Donnerstag war Kim hinkend bei einem Fabrikbesuch zu sehen. Kim sei vom Sprecher dafür gepriesen worden, „seinem Volk leidenschaftlich den Weg zu weisen, obwohl er unter Unwohlsein leidet“. Derartige Kommentare zum Gesundheitszustand des Machthabers sind höchst selten.

Beobachter halten es für möglich, dass die Dokumentation allzu wilde Gerüchte über Kims Wohlergehen entkräften sollte – zumal kurz nach Ausstrahlung eine Parlamentssitzung stattfand, an der Kim nicht teilnahm. Einem solchen Termin war er noch nie ferngeblieben. Aus Südkoreas Wiedervereinigungsministerium hieß es, die Situation werde vor dem Hintergrund „mehrerer Möglichkeiten“ beobachtet – und „Gerüchte über gesundheitliche Probleme“ Kims gehörten dazu.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap zitierte am Freitag einen anonymen Informanten: Kim habe diverse Gesundheitsprobleme wie Gicht, Diabetes und Bluthochdruck. Einer weiteren Quelle zufolge ließ sich ein nordkoreanisches Medizinerteam bereits in Deutschland und der Schweiz zu den Beschwerden beraten. Kim, dessen Alter mangels offizieller Informationen auf 30 oder 31 Jahre geschätzt wird, war zuletzt am 3. September gesehen worden, als er mit seiner Frau ein Konzert besuchte.