Militär

Bundeswehr will 16 bewaffnete Drohnen kaufen

Die Bundeswehr hat offenbar schon konkrete Vorstellungen zur Anschaffung bewaffnungsfähiger Drohnen. Es sei derzeit geplant, bis zum Jahr 2025 insgesamt 16 Systeme zu beschaffen, sagte Brigadegeneral Jörg Lebert. Nach seinen Angaben sollen dann zehn für den Einsatz bereitstehen, sechs als Ersatz vorgehalten werden. Die Systeme sollten jeweils so beschaffen sein, dass die unbemannten Flugzeuge bewaffnet und unbewaffnet in den Einsatz geschickt werden können.

Deutschland setzt in Konfliktgebieten wie beispielsweise in Afghanistan bereits unbewaffnete Drohnen zur Aufklärung ein. Seit längerem gibt es die Diskussion, auch bewaffnete Drohnen anzuschaffen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte sich im Juli grundsätzlich für die Anschaffung von Kampfdrohnen ausgesprochen.

Lebert unterstrich, dabei gehe es nicht um autonome Systeme, die völlig unabhängig ohne menschliches Handeln agieren. „Es geht um Menschenleben. Das ist ein hohes Gut. Das kann man nicht Maschinen überlassen“, sagte er. Kampfdrohnen mit der letzten Entscheidungsinstanz beim Soldaten rechtfertigte er mit dem Verweis, Soldaten in Einsätzen damit aus der Luft besser schützen zu können.

Das Verteidigungsministerium bestätigte die Angaben Leberts. Dies decke sich grundsätzlich mit Plänen des Ministeriums, sagte ein Sprecher am Freitag. Von der Leyen hatte sich im Juli dafür ausgesprochen, ein Drohnensystem für Europa zu entwickeln. Nach Leberts Angaben gibt es bislang keine Drohnen, die sowohl bewaffnet als auch unbewaffnet fliegen können. Ob der Zeitplan am Ende realistisch ist, kann daher nach Angaben des Ministeriumssprechers nicht genau gesagt werden. Auch über Kosten könne man noch keine Angaben machen.

Derweil bleibt der Einsatz ethisch umstritten. Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink sagte: „Der saubere, unblutige Krieg bleibt eine Illusion.“