Extremismus

Boko-Haram-Führer Abubakar Shekau wahrscheinlich tot

Der Anführer der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram, Abubakar Shekau, ist am Sonntag bei Gefechten mit der kamerunischen Armee womöglich getötet worden. Das berichten afrikanische Medien unter Berufung auf Militärquellen.

Shekau sei bei Luftangriffen in der Grenzregion zu Kamerun im Nordosten Nigerias ums Leben gekommen. Die kamerunischen Streitkräfte lieferten sich am vergangenen Wochenende schwere Gefechte mit der Islamistengruppe, um Kämpfer vom Eindringen in das Land abzuhalten.

Im Internet kursiert ein Foto eines Toten, der Abubakar Shekau sein soll. Es wurde ursprünglich von einem Twitter-Account mit dem Namen „armée camerounaise“ online gestellt, wenig später aber wieder aus dem Netz genommen. Auch der Account wurde mittlerweile gelöscht. Das kamerunische Militär selbst hat gar keinen offiziellen Twitter-Account. Nichtsdestotrotz, berichtet die Zeitung „Cameroon Concord“, hätte ein kamerunischer Militäroffizieller gegenüber dem Nachrichtenportal die Authentizität des Bildes bestätigt.

Sollte Shekau tatsächlich tot sein, wäre dies ein weiterer harter Schlag für die Islamistengruppe binnen weniger Tage. In der vergangenen Woche hatte das nigerianische Militär eine Offensive gegen Boko Haram gestartet und nach eigenen Aussagen bei Kämpfen rund um die Stadt Kondugba 60 Kämpfer getötet. Außerdem seien weitere Kämpfer, darunter ein hochrangiges Mitglied der Terrorgruppe, gefangen genommen worden.

Das nigerianische Militär hatte zunächst auch eine mögliche Tötung Shekaus verkündet. Bei dem Toten soll es sich aber um einen Doppelgänger des Terrorfürsten gehandelt haben, der zuletzt immer wieder in Videoansprachen in der Rolle Shekaus zu sehen war. Auch der Doppelgänger sei ein wichtiger Kommandeur bei Boko Haram gewesen, wird ein Armee-Offizieller bei „The Nigerian Voice“ zitiert. Nigeria und Kamerun beanspruchen die Tötung für sich.