Empörung

Thailand: Machthaber sorgt für Eklat nach Touristenmord

Der thailändische Machthaber Prayuth Chan-ocha hat sich für sexistische Äußerungen nach der Ermordung zweier britischer Touristen entschuldigt.

Er habe damit niemanden kritisieren, sondern lediglich betonen wollen, dass das Land sicher sei, sagte er am Donnerstag. Prayuth hatte zuvor gesagt, dass ausländische Besucher in dem südostasiatischen Land dächten, „dass sie tun können, was immer sie wollen, und Bikinis tragen, wo immer sie mögen. Aber werden sie sicher sein?“

Darüber gab es weltweit Empörung, weil herausgelesen wurde, Bikini tragende Touristinnen an den weltberühmten Stränden werde eine Mitverantwortung bei Übergriffen zugeschrieben. Eine britische Boulevardzeitung klagte ihn an, „im Paradies ermordete Briten zu beschmieren“. So ruderte Prayuth kurze Zeit später zurück: „Ich entschuldige mich dafür, zu barsch gesprochen zu haben“, sagte er und fügte hinzu: „Heute kann ich garantieren, dass Thailand immer noch sicher ist.“ Er habe die Touristen lediglich ermahnen wollen, vorsichtig zu sein.

Am Montag waren die nackten und blutigen Leichen von zwei Touristen – einem 24-jährigen Mann und einer ein Jahr jüngeren Frau – auf der Insel Koh Tao gefunden worden. Bislang gab es keine Festnahmen in dem Fall. Es wird vermutet, dass die beiden mit einer in der Nähe des Tatorts gefundenen Hacke getötet wurden. Koh Tao ist bekannt für seine Tauchgebiete und ruhigen Strände. Die brutalen Morde sind ein Schlag für die Tourismusindustrie. Sie ist ohnehin geschwächt wegen der politischen Unruhen, die im Mai in einem Militärputsch mündeten. Obwohl Thailand weltweit für freizügigen Sextourismus bekannt, ist das Land selbst ziemlich konservativ. Viele thailändische Frauen ziehen es vor, anstatt Bikinis am Strand, Shorts anzuziehen.