Militär

Nato-Einheiten starten Manöver in der Westukraine

Trotz deutlicher Kritik aus Russland hat am Montag im Westen der Ukraine ein zweiwöchiges internationales Militärmanöver unter Führung der USA begonnen.

Hunderte Soldaten aus insgesamt 15 Staaten, die meisten von ihnen Nato-Mitglieder, nehmen an der Übung namens „Rapid Trident“ nahe der Stadt Lemberg (Lwiw) teil. Russland sagte die für Sonnabend geplanten Gasgespräche mit der Ukraine ab.

In der Ostukraine ist es zeitgleich zu den folgenschwersten Gewaltausbrüchen seit Vereinbarung der Feuerpause vor anderthalb Wochen gekommen. In der Rebellenhochburg Donezk wurden durch Beschuss sechs Menschen getötet und 15 weitere verletzt. Internationale Beobachter waren im Osten der Ukraine unter Granatbeschuss geraten. Die Gruppe von sechs Personen sei in der Nähe von Donezk zweimal angegriffen worden, teilte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) mit.

Das Manövergelände im Westen der Ukraine ist mehr als tausend Kilometer von der Unruheregion im Osten entfernt. Nach Angaben der Bundeswehr sind auch drei deutsche Soldaten als „Übungsauswerter bei der Manöverleitung“ beteiligt. Demnach nehmen an der Übung etwa 1200 Soldaten aus Deutschland, der Ukraine, Aserbaidschan, Bulgarien, Kanada, Georgien, Großbritannien, Lettland, Litauen, Moldau, Norwegen, Polen, Rumänien, Spanien und den USA teil.

Russland sei vorab über das lange geplante Manöver informiert worden, hieß es von der Bundeswehr weiter. Die bis zum 26. September dauernde Land- und Luftwaffenübung gehöre „zu einem ganzen Programm, das seit 2003 durchgeführt wird“, und diene „der Interoperabilität der ukrainischen Streitkräfte vor dem Hintergrund von deren Einbindung in internationale Missionen“.