Sicherheit

Menschenrechtler befürchten in Nigeria einen Flächenbrand

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat der nigerianischen Regierung und den Sicherheitskräften Versagen beim Schutz der Zivilbevölkerung vorgeworfen.

Die Terrorgruppe Boko Haram sei in Nigeria weiter auf dem Vormarsch, erklärten die Menschenrechtler am Freitag in Göttingen. „Von 219 verschleppten Schülerinnen aus Chibok fehlt bis heute jedes Lebenszeichen“, so der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. Nigerias Polizei, Armee und Regierung hätten immer wieder ihre baldige Befreiung angekündigt, doch nichts sei passiert.

Das Schicksal der Mädchen sei typisch für die Lage der Zivilbevölkerung: „Nordnigeria droht ein Flächenbrand wie im Norden des Irak.“ Dem GfbV zufolge ist die Terrorgruppe heute stärker denn je. Die Menschenrechtler warnen: „Wenn Nigerias Politik auf die Herausforderung Boko Haram nicht endlich glaubwürdig antwortet, könnte die Terrorgruppe zu einer akuten Bedrohung für den Fortbestand von Westafrika bedeutendstem Staat werden.“