Außenpolitik

Militärausrüstung für Kurden

Flugzeug im Nordirak gelandet. Thomas de Maizière warnt vor IS

Die irakischen Kurden haben für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erstmals deutsche Militärausrüstung erhalten. Wie ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam berichtete, wurde die Ausrüstung am Freitag mit Lastwagen vom Flugplatz in Erbil aus in ein Lagerhaus der kurdischen Streitkräfte (Peschmerga) gebracht. Die erste Maschine mit Ausrüstung aus Bundeswehrbeständen hatte in der Nacht jeweils 4000 Gefechtshelme und Schutzwesten nach Erbil transportiert. Mitgeliefert wurden zudem Geräte zur Minensuche und zur Munitionsbeseitigung sowie Werkzeug. Die zivile Frachtmaschine vom russischen Typ Antonow war vom Flughafen Leipzig/Halle aus gestartet. Sie gehört dem russisch-ukrainischen Logistikunternehmen Ruslan Salis.

Die Maschine musste – obwohl dies ein Umweg ist – in der irakischen Hauptstadt Bagdad zwischenlanden. Dort wurde die Ladung von einem Vertreter der irakischen Regierung inspiziert. Während dieser Inspektion war laut Bundeswehr ein deutscher Soldat anwesend, der die Lieferung begleitet hatte. Die irakische Regierung hatte darauf bestanden, dass keine Journalisten mit an Bord kamen. Dieses Verbot galt auch für Fotografen der Bundeswehr. Begründet wurde es von irakischer Seite damit, dass die Lieferung als reiner Frachtflug deklariert worden sei, weshalb keine Passagiere mit an Bord sein dürften. In Erbil war die Maschine dann am frühen Freitagmorgen von sechs Bundeswehrangehörigen empfangen worden, die sich dort bereits seit einigen Tagen aufhalten.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) warnt unterdessen davor, die Rolle europäischer IS-Unterstützer zu unterschätzen. 2000 IS-Mitglieder seien aus Europa nach Syrien und Irak gereist, sagte de Maizière am Freitag in Weimar. „Das sind nicht nur ein paar Versprengte“, fügte er hinzu. Vor allem Rückkehrer machen den Verfassungsschützern Sorgen.