Bundesregierung

Von der Leyen findet Gabriels Spott nicht lustig

SPD-Chef kritisiert Fotos der Verteidigungsministerin

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat verschnupft auf Spott aus der SPD über ihre Medienpräsenz reagiert. „Mir fällt bei Sigmar Gabriel auf, dass er keine inhaltliche Kritik hat“, sagte die Ministerin am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“. „Wenn er auf diese Ebene geht, wird das seinen Grund haben.“

Von der Leyen reagierte damit auf Berichte, wonach sich Gabriel intern über ihre Art der Medieninszenierung lustig gemacht haben soll. Selbst wenn von der Leyen im Kopierraum des Verteidigungsministeriums stehe, schaue sie in die Ferne und lasse sich fotografieren, zitierte die „Süddeutsche Zeitung“ den SPD-Chef aus einer Fraktionssitzung. Er selbst schaue beim Kopieren auf das herunter, was er kopiere, fügte Gabriel unter dem Gelächter der Abgeordneten hinzu.

Gabriel bezog sich damit offenbar auf ein weitverbreitetes Foto: Es zeigt die Ministerin mit resolut verschränkten Armen, wie sie vor einem Militärflugzeug in dramatischer Beleuchtung offenbar in die Ferne blickt. Von der Leyen sagte nun, bei der Aufnahme habe sie mit einer Gruppe Soldaten gesprochen – die dann aber aus dem Foto herausgeschnitten worden seien. Aber auch in weiteren SPD-Kreisen wird von der Leyen eine unangemessene Inszenierung und Wortwahl in dieser schwierigen außenpolitischen Lage vorgeworfen. Besonderen Unmut hatte ein Interview von der Leyens in der „Zeit“ vor zwei Wochen ausgelöst. „Wichtiger als die Frage, ob und welche Waffe wir am Ende liefern, ist die Bereitschaft, Tabus beiseitezulegen und offen zu diskutieren“, hatte sie dort gesagt.

SPD-Chef Gabriel, Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Fraktionschef Thomas Oppermann betonen seither: Der Beschluss, Waffen an die kurdischen Peschmerga für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu liefern, sei kein Tabubruch oder Paradigmenwechsel.