CSU

Seehofer bedauert den Rücktritt Haderthauers

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat den Rücktritt seiner Staatskanzleichefin Christine Haderthauer „mit Respekt“ zur Kenntnis genommen.

„Christine Haderthauer hat als Sozialministerin und Staatskanzleiministerin hervorragende Dienste für den Freistaat Bayern geleistet und ihre Ämter stets korrekt geführt“, erklärte der CSU-Chef am Montagabend. „Dabei hatte sie immer mein vollstes Vertrauen.“ Er bedauere es persönlich, „mit ihrem Rücktritt ein meinungsstarkes und couragiertes Kabinettsmitglied verloren zu haben“.

Seehofer betonte, ihm sei wichtig, dass das weitere Verfahren nach rechtsstaatlichen Grundsätzen ablaufe. „Insbesondere gilt weiterhin die Unschuldsvermutung, die von allen respektiert werden sollte.“

Zur Begründung sagte Haderthauer, es gelte weiterhin, dass allein wegen der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens kein Rücktritt notwendig sei. Es erfordere aber Kraft und Konzentration, um die vielen im Raum stehenden Fragen zu beantworten. Dies habe für sie absolute Priorität. Haderthauer steht seit Langem wegen der Affäre in der Kritik. Gegen sie wird wegen Betrugsverdachts ermittelt. Hintergrund ist eine Anzeige, die der frühere Mitgesellschafter des Unternehmens Sapor Modelltechnik eingereicht hat. Darin wirft der französische Geschäftsmann Roger Ponton dem Ehepaar Haderthauer vor, ihn um mehrere 10.000 Euro geprellt zu haben. Der verurteilte Mörder Roland S. hatte im Gefängnis Modellautos gefertigt, die von der Firma Sapor Modelltechnik vertrieben wurden, an der neben dem Ehepaar Haderthauer auch Ponton beteiligt war. Die heutige Staatskanzleichefin war Ende 2003 aus der Firma ausgestiegen.