Geheimdienste

Auch Amerikaner und Briten spähen die Türkei aus

Neben Deutschland haben nach „Spiegel“-Informationen auch die USA und Großbritannien Spionage gegen den Nato-Partner Türkei betrieben.

So habe der US-Geheimdienst NSA Informationen über die türkische Führung in Ankara gesammelt, berichtete das Magazin am Sonntag. Dies ergebe sich aus Dokumenten des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden.

Auch die türkischen Botschaften in Washington und bei den UN in New York würden überwacht. Die Briten hätten sich für den Energiesektor des Landes interessiert. Die Türkei sei aber auch Spionagepartner der USA. So hätten die Amerikaner die Türken im Kampf gegen die kurdischen Separatisten von der PKK mit Informationen versorgt. „Das hat zum Tod oder der Gefangennahme von Dutzenden PKK-Anführern geführt“, zitierte der „Spiegel“ aus einem als „streng geheim“ eingestuften NSA-Dokument von 2007. Die Türkei habe sich mit Erkenntnissen zu Russland und der Ukraine revanchiert.

Die Türkei-Spionage der Deutschen sorgt unterdessen für Gesprächsbedarf: Bundesinnenminister Thomas de Maizière(CDU) traf sich vor kurzem in Ankara mit seinem türkischen Kollegen Efkan Ala. Inhalt des Gesprächs waren Berichten zufolge auch die Spionageaktivitäten des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND, der den Nato-Partner bereits seit Jahren ausforscht. Die Türkei hatte Mitte August empört auf das Bekanntwerden deutscher Spionageaktivitäten reagiert und den deutschen Botschafter zum Gespräch gebeten. Das Land ist im geheimen „Auftragsprofil der Bundesregierung“ für den Nachrichtendienst in die wichtigste von drei Beobachtungsstufen einsortiert – so wie jene Staaten, in denen deutsche Soldaten stationiert sind. Das alle vier Jahre neu justierte Auftragsprofil wird derzeit aktualisiert.