Nahost-Konflikt

Gaza-Waffenruhe: Kritik an Netanjahu nimmt in Israel zu

Nach der Waffenruhe im Gaza-Krieg sieht sich Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in seinem Land wachsender Kritik ausgesetzt.

Oppositionsführer Izchak Herzog sagte nach Angaben des israelischen Rundfunks am Donnerstag, Netanjahu habe das Vertrauen der Öffentlichkeit und vor allem der Einwohner der Grenzorte zum Gazastreifen verloren. „Die Armee hat gewonnen, aber die Regierung hat verloren“, sagte der Vorsitzende der sozialdemokratischen Arbeitspartei.

Auch Mitglieder der Regierungskoalition übten Kritik an Netanjahus Führung. Die Militäroperation habe keine dauerhafte Lösung gegen den Raketenbeschuss aus Gaza gebracht, bemängelten mehrere Minister. Rechtsgerichtete Kabinettsmitglieder wie Avigdor Lieberman und Naftali Bennett hatten eine Fortsetzung der Militäroffensive gefordert, um die radikalislamische Hamas zu stürzen. Nach Medienberichten hatte Netanjahu die Waffenruhe ohne vorherige Erörterung im Sicherheitskabinett beschlossen. Nun mehren sich die Zweifel, ob die Feuerpause bei einem Votum im Sicherheitskabinett auf Zustimmung gestoßen wäre.

Auch in der Bevölkerung sinkt Netanjahus Popularität. Laut der Zeitung „Haaretz“ stehen nur noch die Hälfte der Israelis hinter dem Ministerpräsidenten. Während der Gaza-Krise hatten zeitweise 77 Prozent Netanjahus Handeln als „gut“ oder „ausgezeichnet“ bewertet.