Krieg

Syrische Islamisten besetzen Übergang im Grenzgebiet zu Israel

Im syrischen Bürgerkrieg rücken radikalislamische Milizen immer näher an Israel heran.

Gegner der Regierung in Damaskus nahmen am Mittwoch in Kunaitra den Grenzübergang zu den von Israel kontrollierten Golanhöhen ein. Unter ihnen seien auch Gruppen wie die mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbundene Al-Nusra-Front, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Bereits im Juni 2013 hatten Rebellen den einzigen Übergang zu Israel überrannt, waren aber von der syrischen Armee schnell wieder vertrieben worden.

Für die Regierung von Präsidenten Baschar al-Assad ist es im syrischen Bürgerkrieg die zweite schmerzliche Niederlage innerhalb weniger Tage. Am Wochenende hatten Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Nordosten des Landes den strategisch wichtigen Militärflughafen Al-Tabka eingenommen. Er war die letzte Bastion der Regierung in der Provinz Al-Rakka.

Nach Angaben der syrischen Menschenrechtsbeobachter gab es in Kunaitra heftige Kämpfe zwischen den islamistischen Milizen und Soldaten der syrischen Armee. Dutzende seien getötet oder verletzt worden. Die Gefechte gingen in der Nähe von Kunaitra weiter. Die syrischen Staatsmedien bestätigten den Verlust von Kunaitra zunächst nicht. Sie berichteten, die Armee habe in der Region einen Großangriff begonnen.

Die israelische Armee griff unterdessen am Mittwoch zugleich zwei Militärposten der syrischen Armee an. Dies sei als Antwort auf „fehlgeleitetes Feuer aus den innersyrischen Kämpfen“ geschehen, hieß es in einer Mitteilung des Militärs. Zuvor war ein israelischer Soldat durch einen aus Syrien abgefeuerten Schuss verletzt worden. Zudem schlugen am Mittwoch mehrere Granaten auf den Golanhöhen ein.