Personalien

Juncker sucht nach starken Frauen für die EU-Kommission

Zwei Monate nach seiner Nominierung zum Kommissionspräsidenten dringt Jean-Claude Juncker in den EU-Hauptstädten immer noch auf die Entsendung von mehr Frauen in die Brüsseler Topbehörde.

Der Luxemburger Ex-Premier will es dabei aber nicht auf einen Eklat ankommen lassen. Als übertrieben bezeichnete seine Sprecherin am Montag Informationen der Brüsseler Tageszeitung „Le Soir“, wonach der EU-Veteran notfalls alle Kandidaturen für die Kommissarsposten zurückweisen wolle.

Juncker, der am 1. November sein Amt antreten wird, hatte am Wochenende der österreichischen Zeitung „Kurier“ gesagt: „Eine Kommission, in der es keine signifikante Anzahl weiblicher Kommissare gibt, wäre aus meiner Sicht wenig legitim und kaum repräsentativ.“ Falls Frauen erheblich in der Minderzahl sein sollten, hätten sie „sehr gute Chancen“ auf einflussreiche Posten. Zu Einzelheiten äußerte sich der Christsoziale nicht. Er war Ende Juni von den Regierungschefs als Kommissionschef benannt worden.

27 Kommissarsposten müssen besetzt werden, laut „Le Soir“ wurden bisher nur vier Frauen nominiert. Der Kommission des bis Ende Oktober amtierenden Präsidenten José Manuel Barroso gehörten bisher neun Frauen an. EU-Parlamentschef Martin Schulz hatte mehrfach angedroht, die Volksvertretung werde die gesamte neue Kommission durchfallen lassen, falls die Staaten nicht genügend Frauen entsendeten. Das Spitzengremium muss sich im Herbst dem Votum der Parlamentarier stellen. Juncker erhofft sich mehr Klarheit vom Sondertreffen der EU-Staats- und Regierungschefs am Sonnabend. Die „Chefs“ wollen sich dann nach dem Gipfel von Mitte Juli auf die Nachfolger von EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy und der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton einigen.