Altbundespräsident

Familienstreit um Betreuung von Walter Scheel

Eine Tochter des ehemaligen Bundespräsidenten Walter Scheel geht gerichtlich gegen die Betreuungsregelung für den 95-Jährigen vor.

Cornelia Scheel hat über einen Anwalt eine Kontrollbetreuung beantragt, die der Frau des Ex-Präsidenten, Barbara Scheel, zur Seite gestellt werden soll. Sie befürchtet, dass ihre Stiefmutter dem Wohl des demenzkranken Vaters erheblich schadet. Das Amtsgericht Staufen im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald bestätigte den Eingang eines entsprechenden Antrags, über den der „Spiegel“ berichtet hatte. Walter Scheel lebt in einem Pflegeheim in Bad Krozingen.

„Wir hoffen bis Ende Oktober auf eine Entscheidung“, sagte der Anwalt von Cornelia Scheel, Robert Lorenz. Scheel hatte seiner dritten Frau Barbara vor drei Jahren eine Vorsorgevollmacht ausgestellt. Sie kann damit alle Entscheidungen für ihren Mann treffen. Cornelia Scheel wird dem Bericht zufolge von ihren drei Geschwistern aus Scheels Ehe mit der 1985 gestorbenen Ehefrau Mildred unterstützt.

Die Bestellung eines zusätzlichen Betreuers ist möglich, wenn der Vollmachtgeber, in diesem Fall also Walter Scheel, nach Überzeugung des Gerichts aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist, die von ihm bevollmächtigte Person zu kontrollieren. Das Verfahren werde einige Monate dauern, hieß es. Scheel, Bundespräsident von 1974 bis 1979, trat zuletzt am 16.Juli öffentlich auf. In Bad Krozingen nahm der FDP-Ehrenvorsitzende nach seinem 95. Geburtstag Glückwünsche entgegen.