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Politik II

Marokko: Pogrome gegen westafrikanische Frauen ++ Türkei: Gül wird nicht Nachfolger von Premier Erdogan ++ Pakistan: 20.000 Demonstranten fordern Regierungsrücktritt ++ Großbritannien: Fachklinik für Opfer von Genitalverstümmelung

Pogrome gegen westafrikanische Frauen

Bei pogromartigen Überfällen auf westafrikanische Frauen sind in der marokkanischen Hafenstadt Tanger mehrere Migrantinnen schwer verletzt worden. Einige Frauen seien in der Nacht zum Sonnabend vergewaltigt worden, berichtete der spanische Radiosender Cadena Ser am Sonntag. Laut Augenzeugen gingen einige von Einwanderern bewohne Häuser in Flammen aus. Fünf Westafrikanerinnen seien mit Stichverletzungen in Krankenhäuser eingeliefert worden.

Gül wird nicht Nachfolger von Premier Erdogan

Der scheidende türkische Präsident Abdullah Gül ist nach Angaben der regierenden AKP kein Kandidat für den Posten des Regierungschefs. Gül könne dieses Amt nicht übernehmen, da er kein Mitglied des Parlaments sei, sagte AKP-Vizechef Mehmet Ali Sahin. Gül hatte die AKP gemeinsam mit dem amtierenden Regierungschef Recep Tayyip Erdogan gegründet. Erdogan war am Sonntag vergangener Woche bei der ersten Direktwahl des Staatschef zu Güls Nachfolger gewählt worden.

20.000 Demonstranten fordern Regierungsrücktritt

In Pakistans Hauptstadt Islamabad haben mehr als 20.000 Demonstranten einen Rücktritt von Regierungschef Nawaz Sharif gefordert. Die Bereitschaftspolizei sperrte zwei Straßen im Zentrum mit Schiffscontainern und Stacheldraht ab, um ein weiteres Vordringen der Regierungsgegner zu verhindern. Die Organisatoren sagten, die Demonstranten seien friedlich, aber entschlossen. Sie würden die Proteste fortsetzen, bis Sharif auf sein Amt verzichte.

Fachklinik für Opfer von Genitalverstümmelung

In London soll im September die erste Fachklinik für Opfer von Genitalverstümmelung die Arbeit aufnehmen. Wie BBC berichtet, soll die Einrichtung betroffenen Mädchen medizinisch und psychologisch helfen. Beschneidung von Frauen ist in Großbritannien seit 1985 illegal. 2014 wurden erstmals zwei Ärzte vor Gericht gebracht, die in London Mädchen beschnitten haben. Laut einer Studie leben 137.000 Frauen mit verstümmelten Genitalien in dem Land.